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von Gerald Henseler

Neues Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe eröffnet

Menschen betrachten interaktiven Anatomietisch
Der digitale Seziertisch gehört zur Ausstattung des NZT. Britta Bienasch  (re.) erklärt ihn einigen Schülerinnen.  Foto: ohe
Mann mit Brille vor rosa Hortensienblüten
Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten müssten gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten: Die bestmögliche Versorgung, meint Klinikdirektor Prof. Dr. Björn Hauptmann.  Foto: ohe

Bad Segeberg. Ein neuer Ausbildungsstandort für therapeutische Gesundheitsberufe ist in der Krankenhausstraße in Bad Segeberg eröffnet worden. Das Norddeutsche Zentrum für Therapie- und Gesundheitsberufe (NZT) an den Segeberger Kliniken bildet künftig Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden aus. Zum Start begrüßten die Verantwortlichen die ersten Auszubildenden des Jahrgangs 2026.
„Wir eröffnen heute nicht einfach ein neues Gebäude“, sagte Florian Schubert, Bereichsleiter Personal der Segeberger Kliniken. Das NZT sei eine Investition in die Menschen, die das Gesundheitswesen künftig tragen. Gute medizinische Versorgung beginne mit gut ausgebildeten Fachkräften.
Jährlich können am NZT 75 junge Menschen ihre dreijährige Ausbildung beginnen, jeweils 25 in Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Langfristig bietet das Gebäude Platz für rund 225 Schülerinnen und Schüler. Die direkte Anbindung an die Segeberger Kliniken soll Theorie und Praxis eng miteinander verbinden. Die Auszubildenden erleben die Gesundheitsversorgung von Beginn an und lernen die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen kennen.
Für Schubert hat diese interprofessionelle Ausbildung eine besondere Bedeutung. Ärzte, Pflegekräfte sowie Therapeuten müssten bei der Behandlung komplexer Krankheitsbilder eng zusammenarbeiten. „Patientinnen und Patienten denken nicht in Berufsgruppen“, betonte er. Entscheidend sei die gemeinsame Ausrichtung auf die bestmögliche Versorgung.
Auch Prof. Dr. Björn Hauptmann, Klinikdirektor und Chefarzt des Neurologischen Zentrums der Segeberger Kliniken sowie Professor für Neurowissenschaften an der Medical School Hamburg, hob die wachsende Bedeutung der Therapieberufe hervor. Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie seien keine Ergänzung der medizinischen Behandlung, sondern ein integraler Bestandteil davon. Gerade bei neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson oder Multipler Sklerose trügen die therapeutischen Berufe entscheidend dazu bei, dass Patienten Fähigkeiten zurückgewinnen und wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
Hauptmann warb zugleich für eine stärkere wissenschaftliche Ausrichtung der Therapie. Praktische Erfahrung bleibe wichtig, müsse aber mit wissenschaftlichen Erkenntnissen verbunden werden. Das NZT soll deshalb Ausbildung, klinische Versorgung und Wissenschaft enger zusammenführen. Eine Kooperation mit dem Institut für praxisorientierte Weiterbildung und der Medical School Hamburg eröffnet den Auszubildenden zudem die Möglichkeit, die Berufsausbildung mit einem Studium zu verbinden und anschließend einen Bachelorabschluss zu erwerben.
Geschäftsführerin Ilona Renken-Olthoff von der Medical School Hamburg bezeichnete die Eröffnung als Verwirklichung eines langjährigen gemeinsamen Vorhabens. Die MSH und das Institut für praxisorientierte Weiterbildung setzen auf eine interdisziplinäre und interprofessionelle Ausbildung. Bereits während der Ausbildung sollen die angehenden Therapeuten gemeinsam mit Medizinern und Pflegekräften lernen, arbeiten und sich austauschen.
Die Bedeutung des Projekts geht nach den Worten der Verantwortlichen über die Klinik hinaus. Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen werde die Region auch in Zukunft beschäftigen. Mit dem NZT entstehe deshalb ein Ausbildungsstandort, der Fachkräfte für die Gesundheitsversorgung von morgen gewinnen und möglichst auch in der Region halten soll.
Nach dem offiziellen Teil stellten sich die Auszubildenden der verschiedenen Fachrichtungen vor. Ein gemeinsamer Rundgang durch das neue Schulgebäude und ein anschließendes Beisammensein auf der Terrasse mit Buffet und Getränken rundeten die Eröffnung ab. Am Dienstag, 1. September, begann der reguläre Schulbetrieb. .ohe