Mit Fell und Farbe: Janin Weichert porträtiert Tiere
GROSS RÖNNAUWenn Janin Weichert malt, verliert sie schnell das Gefühl für die Zeit. So auch gestern. Vor ihr liegt ein Blatt Papier, auf dem nach und nach das Gesicht eines Hundes entsteht. Rottweiler Benno blickt den Betrachter bereits mit seinen braunen Augen an. Der kräftige Kopf ist schon gut zu erkennen – doch für die Künstlerin ist das Bild noch längst nicht fertig.
„Da fehlen noch viele Details“, sagt sie und setzt den Buntstift erneut an. Mit ruhiger Hand zeichnet sie Haar für Haar in das Fell des Hundes, achtet sorgfältig auf Licht und Schatten. Jede Linie soll stimmen.
Ihre Arbeiten beginnen immer mit einer Skizze. Erst danach arbeitet sich Janin Weichert Schritt für Schritt in die Details vor. Besonders wichtig sind ihr die Augen der Tiere. „Die müssen ansprechend sein“, erklärt sie. „In ihnen steckt der Ausdruck des Tieres.“
Während sie arbeitet, ist sie selten allein. Gleich neben der Staffelei liegen Katzen in ihren Körben. Auch ihre Hunde schauen immer wieder vorbei. Offenbar gehört das Atelier für sie genauso zum Alltag wie für die Künstlerin selbst.
Die Leidenschaft für die Malerei begleitet Janin Weichert schon seit ihrer Kindheit. Kreativität liegt in der Familie: Beide Eltern arbeiten künstlerisch und auch ihr Großvater war Berufsmaler. Er entwarf Tapeten und malte maritime Motive.
Heute hat sich die Groß Rönnauerin auf Tierporträts spezialisiert. Ihr Atelier trägt den passenden Namen „Fell & Farbe“. Dort entstehen Bilder von Hunden, Katzen, Kaninchen und vielen anderen Tieren – meist im Auftrag ihrer Kunden.
Nicht immer müssen ihre Motive jedoch Fell haben. Auch Schlangen oder Papageien hat Janin Weichert bereits auf Leinwand und Papier festgehalten.
Viele Kunden möchten ihr Lieblingstier porträtieren lassen. Manchmal handelt es sich dabei um Tiere, die bereits gestorben sind. Dann soll das Bild an einen treuen Begleiter erinnern. Auch als Geschenk für Tierfreunde sind die Porträts beliebt.
Als Vorlage dienen der Künstlerin Fotos. Meist bittet sie ihre Kunden, zwei oder drei Bilder zu schicken. „Tiere wirken aus verschiedenen Perspektiven oft ganz anders, und auch die Farben verändern sich“, sagt sie. Mehrere Fotos helfen ihr dabei, das Tier möglichst realistisch darzustellen.
Gearbeitet wird je nach Wunsch mit Acrylfarben oder mit Buntstiften auf Papier oder Leinwand. Auch bei der Größe der Bilder haben Auftraggeberinnen und Auftraggeber freie Wahl.
Wer Interesse an einem Tierporträt hat, erreicht Janin Weichert am besten per WhatsApp unter 0157/88883653 oder per E-Mail an Fellundfarbe@freenet.de. „Ich kann leider nicht immer ans Telefon gehen“, sagt sie – und lächelt, bevor sie sich wieder über ihr Bild beugt und Benno ein weiteres Stück Leben einhaucht. ohe