Kraftquellen im WortOrt

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von Gerald Henseler

Kraftquellen im WortOrt

Barbara Eibelshäuser vom Frauenzimmer hält am Montag einen Vortrag im WortOrt.Foto: hfr

Bad Segeberg (em). Viele Frauen, die in der Frauenfachberatungsstelle und dem Notruf Frauenzimmer beraten werden, haben oft über viele Jahre Gewalt in verschiedensten Formen, meist durch nahestehende Menschen, ertragen. Sie konnten psychisch und physisch überleben, weil sie auf Ressourcen aus der Vergangenheit zurückgreifen und Ressourcen in der Gegenwart (wieder-)entdecken konnten.

Um diesen Themenkomplex „Überleben nach Trauma mit Focus auf Ressourcenentwicklung“ zu vertiefen, zeigt das Frauenzimmer in Kooperation mit der Stadtbücherei, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bad Segeberg und der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Segeberg von Mittwoch, 22., bis zum Sonnabend, 25. November, die Ausstellung Meine Kraftquellen im WortOrt in Bad Segeberg (Oldesloer Straße 20).

Die Ausstellung wurde vom Kölner Frauennotruf zu deren 40-jährigen Bestehen angeregt: Frauen wurden eingeladen, bildnerisch darzustellen, was ihnen beim Überleben nach Gewalterfahrungen geholfen hat. Die ausdrucksstärksten Bilder haben ihren Weg in die Ausstellung gefunden. Auch die Segebergerinnen sind eingeladen, mitzumachen! Was oder wer hat geholfen, traumatische Erfahrungen zu überleben? Was hat genährt, was hat beim Durchatmen und Kraft sammeln unterstützt? Entweder in den nächsten Tagen die Werke im DinA4-Format in den Briefkasten des Frauenzimmers im WortOrt einstecken oder ein Bild per Post an das Frauenzimmer in Bad Segeberg (Oldesloer Straße 20) senden. Das Frauenzimmer- Team wird einige Werke auswählen, auf DINA3 vergrößern, laminieren und ebenfalls im WortOrt aushängen. Alle Einzelheiten finden sich auf der Webseite des Frauenzimmer.

Die Ausstellungseröffnung findet am Montag, 20. November,  um 17.30 Uhr mit einem Fachvortrag „Ressourcenorientierte Traumaarbeit“ im Gartenzimmer des WortOrtes statt.

Vor dem Hintergrund eines Modells der Traumaverarbeitung stellt die Mitarbeiterin des Frauenzimmers, Barbara Eibelshäuser, dar, warum Ressourcen eine wesentliche Rolle bei der Stabilisierung- und Heilungsarbeit spielen und wie man diese (wieder) beleben und aufspüren kann. Eingeladen ist die interessierte Öffentlichkeit, Betroffene, Angehörige, Unterstützende und Fachpersonen.

Am Mittwoch, 22. November, sind von 10 bis 12 Uhr Karen Demuth, von der Frauenfachberatungsstelle Frauenzimmer und Inge Diekmann, die Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Bad Segeberg, auf dem Marktplatz von Bad Segeberg und verteilen Brötchen. Die Brötchentüten sind mit dem Satz „Nein zu Gewalt an Frauen“ in zehn verschiedenen Sprachen bedruckt. Auf der Rückseite der Tüte befinden sich Kontaktdaten von Beratungsangeboten. So kommen durch die Brötchentüten sowohl das Thema als auch entsprechende Hilfsangebote im wahrsten Sinne des Wortes auf den Tisch. Die Aktion findet kreisweit und in Kooperation mit der Bäckerinnung Schleswig-Holstein statt. Für Bad Segeberg ist die Bäckerei Gräper dabei.

„Jedes Jahr lenken wir mit unserer Aktion den Fokus auf alle Frauen, die von physischer oder psychischer Gewalt betroffen sind. Mit diesem Tag und den Aktionen wollen wir dieses wichtige Thema immer wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung bringen“, so Inge Diekmann. „Betroffene brauchen schnellen und niederschwelligen Zugang zu den Hilfsangeboten“, ergänzt Karen Demuth.

Auch die Stadt Bad Segeberg nimmt mit der Fahnenaktion „Frei leben“ von Verein Terre des Femmes teil. Während der Ausstellung wehen die Fahnen vor dem Rathaus. Damit setzt die Stadt ein Zeichen, dass jede Person, jede Frau das Grundrecht hat, ein selbstbestimmtes gewaltfreies Leben zu führen.

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist ab sofort unter der neuen kürzeren Nummer 116  016 erreichbar. Das Beratungsangebot ist anonym, kostenfrei, barrierefrei und in 18 Fremdsprachen verfügbar, ebenfalls über ein Sofort-Chat erreichbar, www.hilfetelefon.de. Das Hilfsangebot gilt auch für von häuslicher Gewalt betroffene Männer. Es richtet sich auch an Angehörige, Nachbarn und Freundinnen, die unsicher sind, wie sie Betroffenen helfen können.


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