Fusion sorgt für mehr Schlagkraft und brachte Duz-Kultur : VR-Bank schließt Filialen in Wahlstedt und Wankendorf

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von Gerald Henseler

Fusion sorgt für mehr Schlagkraft und brachte Duz-Kultur : VR-Bank schließt Filialen in Wahlstedt und Wankendorf

Die Vorstandsmitglieder Stefan Frahm, Dr. Rainer Bous, Lars Nissen und Dirk Dejewski  (v.li.) sehen die VR-Bank zwischen den Meerendurch die Fusion gestärkt . Foto: ohe
Die Vorstandsmitglieder Stefan Frahm, Dr. Rainer Bous, Lars Nissen und Dirk Dejewski (v.li.) sehen die VR-Bank zwischen den Meerendurch die Fusion gestärkt . Foto: ohe

Neumünster (ohe). Vier Vorstandsmitglieder der VR-Bank stellen ihr Jahresergebnis vor, keiner trägt eine Krawatte und alle duzen sich. Das war noch vor wenigen Jahren kaum denkbar. Doch mit der Fusion der genossenschaftlichen Institute Ostholstein/Plön und Neumünster/Bad Segeberg hat sich die Unternehmenskultur in der neuen VR Bank zwischen den Meeren geändert. „Wir duzen uns vom Auszubildenden bis zum Vorstandschef“, erklären die beiden Co-Vorstandssprecher Dirk Dejewski und Lars Nissen.

Sie sehen ihr Institut durch die Fusion gestärkt. „Wir spüren, dass wir an Schlagkraft gewinnen“, sagt Dirk Dejewski. Besonders hinsichtlich der Bedürfnisse von Großkunden sei dies ein Vorteil. Gleichwohl betonen die Vorstände ihre enge Verbundenheit mit der Region, den über 110.000 Kunden und mehr als 51.000 Mitgliedern.

Die Zeiten, da Kunden in den Schalterhallen zu Monatsbeginn Schlange standen, sind lange vorbei. Fünf Kunden zählte Vorstandsmitglied Stefan Frahm in der Neumünsteraner Hauptgeschäftsstelle vor dem Pressegespräch zur Vorstellung der Jahresbilanz. „Unsere Kunden nutzen mehr und mehr digitale Kanäle oder lassen sich telefonisch beraten“, sagt Dirk Dejewski. Die im November 2022 eingerichtete Direktfiliale der VR Bank in Neumünster wird sehr gut angenommen. Die 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben im vergangenen Jahr 130.000 Kundenwünsche bearbeitet.

Noch in diesem Frühjahr schließt die VR-Bank vier ihrer 23 Filialen. In Wahlstedt ist am 17. April der letzte Öffnungstag. Die Bad Segeberger Filiale übernimmt danach die Kunden. Der Standort in Wankendorf wird mit der Filiale in Bornhöved zusammengelegt. Die Filiale schließt am 28. April endgültig. Bereits Ende März gibt die VR-Bank ihre Standorte Ascheberg und Einfeld auf.

Das Jahr 2022 war von geopolitischen Krisen und einer geldpolitischen Zeitenwende geprägt. „Wir sind in dieser, durch vermehrte Unsicherheit geprägten Zeit, noch enger mit unseren Kunden zusammengewachsen“, meint Lars Nissen.

Im operativen Geschäft gewann die VR-Bank hinzu. Die Zinswende der europäischen Zentralbank und die Kurswerte der Wertpapiere wirkten sich allerdings negativ auf die Liquiditätsreserven der VR-Bank aus. Die Immobilienfinanzierung war im vergangenen Jahr noch einer der bedeutendsten Wachstumsbereiche der Bank. Derzeit fragen private Häuslebauer nur sehr selten nach Krediten. In Zeiten steigender Zinsen gewinnen Bausparverträge wieder an Attraktivität. Trotz mancher Schwierigkeiten blicken die Vorstandmitglieder auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück und sehen ihr Institut durch die Fusion gestärkt.


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