Autohaus Meins feiert 50-jähriges Bestehen
Klein Rönnau. Wo einst Pferde beschlagen und Wagenräder repariert wurden, kümmern sich heute Kfz-Mechatroniker um moderne Fahrzeugtechnik. Das Autohaus Meins an der Plöner Straße in Klein Rönnau feiert sein 50-jähriges Bestehen. Doch die Geschichte des Betriebsgeländes reicht viel weiter zurück. Seit 190 Jahren dreht sich an diesem Standort alles um Fahrzeuge und deren Reparatur. Inhaber Carsten Meins führt das Familienunternehmen inzwischen in zweiter Generation und setzt dabei auf handwerkliche Qualität, persönliche Beratung und ein gutes Verhältnis zu seinen Mitarbeitern und Kunden.
Die Geschichte beginnt am 1. Februar 1836. Damals erhielt Schmied Johann Carl Wilhelm Harms von der Königlichen Rentenkammer in Kopenhagen die Genehmigung, das Schmiedehandwerk auszuüben. Er kaufte an der heutigen Plöner Straße ein Grundstück und errichtete dort eine Schmiede mit Wohnhaus. Die Schmiede entwickelte sich zu einem wichtigen Handwerksbetrieb für die Bauern und Güter der Umgebung. Hier entstanden landwirtschaftliche Geräte und Wagen, die auch repariert wurden.
Die Schmiedemeister Möller, Evers, Soltwedel und Block führten den Betrieb über Generationen fort. 1951 kam eine Tankstelle hinzu, an der zunächst Kraftstoffe der Marken Nitag und Gasolin verkauft wurden. Erst 1973 endete die Geschichte der Schmiede.
Mit viel Eigenleistung in die Selbstständigkeit
Drei Jahre später begann ein neues Kapitel. Hartmut Meins übernahm das Anwesen und eröffnete 1976 gemeinsam mit seiner Frau Helga einen Kraftfahrzeugbetrieb mit Citroën-Vertretung. Der gelernte Kfz-Meister hatte zuvor bei Mercedes-Benz gearbeitet und war später beim Bundesgrenzschutz beschäftigt. Nebenbei verdiente er sich in einer Volkswagen-Werkstatt in Neustadt Geld hinzu. Dort lernte er auch Wolfgang Holzky kennen, mit dem er schließlich in Klein Rönnau den eigenen Betrieb aufbaute.
Der Start erforderte viel Einsatz. „Mein Vater hat damals fast alles in Eigenleistung gemacht“, erinnert sich Sohn Carsten Meins. Freunde, Bekannte und Handwerker aus der Umgebung halfen bei den Umbauten. Ursprünglich sollte der Betrieb am 1. Oktober eröffnen. Doch bei den Bauarbeiten verletzte sich Hartmut Meins schwer an einem Finger. Deshalb verschob sich der Start um zwei Wochen auf den 15. Oktober.
Anfangs bestand die Belegschaft lediglich aus Hartmut Meins und seinem ersten Gesellen Wolfgang Holzky. Doch das Unternehmen entwickelte sich schnell. Weitere Mitarbeiter kamen hinzu, und schon bald bildete der Betrieb eigene Lehrlinge aus.
Noch heute erinnern Teile der Gebäude an die lange Geschichte. Das ursprüngliche Schmiedegebäude von 1836 mit seiner gemauerten Gewölbedecke gehört inzwischen zum Verkaufsraum. Auch das alte Wohnhaus steht noch. Spätere Anbauten schufen Platz für die Werkstatt und weitere Betriebsräume.
Carsten Meins wuchs praktisch in der Werkstatt auf. „Ich war als Kind immer dabei“, erzählt er. 1985 begann er seine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker im elterlichen Betrieb. Eigentlich hätte er lieber in einer anderen Werkstatt gelernt, um eigene Erfahrungen zu sammeln. Doch die Ausbildungsplätze waren damals begehrt. So blieb er zunächst im Familienunternehmen.
Später holte er die Erfahrungen in anderen Betrieben nach. Er arbeitete unter anderem bei Opel Schulz in Itzstedt und in der Citroën-Niederlassung in Hamburg. „Es war wichtig, auch einmal zu sehen, wie andere Betriebe arbeiten“, sagt er.
Vom Lehrling zum Firmenchef
Am 10. Januar 1998 erhielt Carsten Meins seinen Meisterbrief. Der Weg vom ehemaligen Lehrling zum Vorgesetzten war allerdings nicht immer einfach. „Wenn einen die Mitarbeiter schon als kleinen Jungen in der Werkstatt erlebt haben, bleibt man für sie manchmal immer der Lehrling“, erinnert er sich.
2005 begann die schrittweise Übernahme des Familienunternehmens. Vater und Sohn gründeten eine Kommanditgesellschaft. Über die Jahre übernahm Carsten Meins immer größere Anteile und damit zunehmend die Verantwortung. Hartmut Meins ist bis heute am Unternehmen beteiligt. Auch im Ruhestand schaut der Firmengründer regelmäßig in der Werkstatt vorbei. „Er kommt eigentlich jeden Tag noch einmal rein“, erzählt sein Sohn.
Abschied vom Neuwagenkauf
Eine wichtige Entscheidung traf Carsten Meins vor drei Jahren. Nach fast einem halben Jahrhundert beendete das Autohaus seine Tätigkeit als Citroën-Vertragshändler. Der französische Hersteller hatte seine Händlerverträge gekündigt und neue Bedingungen vorgelegt.
„Die Auflagen waren enorm. Wir hätten viel Geld in bauliche Veränderungen investieren müssen“, berichtet Meins. Unter anderem hätte der Betrieb bestimmte Bodenfliesen austauschen und die Ausstattung des Verkaufsraumes an neue Vorgaben anpassen müssen. Die Kosten hätte er letztlich auf seine Kunden umlegen müssen.
Hinzu kam, dass der Neuwagenverkauf immer weniger Gewinn abwarf. Seit 2023 konzentriert sich das Unternehmen deshalb vollständig auf das Werkstattgeschäft. Gelegentlich verkauft Meins noch einen Gebrauchtwagen, wenn sich eine passende Gelegenheit ergibt.
Den Abschied vom Markenvertrag hat er nicht bereut. „Ich bin froh, dass ich von der Marke weg bin. Ich habe wieder das Gefühl, für mich und vor allem für meine Kunden zu arbeiten und nicht mehr für den Hersteller“, sagt der 57-Jährige.
Reparieren statt einfach austauschen
Die Werkstatt betreut Fahrzeuge sämtlicher Marken. Dabei legt Meins besonderen Wert auf wirtschaftlich sinnvolle Reparaturen. Nicht immer müsse es das teure Originalersatzteil des Herstellers sein. Oft gebe es hochwertige Alternativen, die deutlich günstiger seien.
„Wir versuchen, gemeinsam mit dem Kunden einen vernünftigen Weg zu finden“, erklärt der Kfz-Meister. Gerade bei älteren Fahrzeugen sei eine zeitwertgerechte Reparatur wichtig. Allerdings müsse die Qualität der Ersatzteile stimmen. Deshalb verbaut der Betrieb grundsätzlich keine von Kunden mitgebrachten Teile.
Auch die technische Entwicklung hat die Arbeit grundlegend verändert. Während früher vor allem geschraubt wurde, gehören heute elektronische Diagnosen, umfangreiche Beratung und die Beschaffung spezieller Ersatzteile zum Alltag.
Rund zehn Menschen arbeiten derzeit im Unternehmen. Die Personalstärke hat sich damit über die Jahre kaum verändert, wohl aber die Aufgabenverteilung. „Was ich vor 20 Jahren im Büro noch alleine erledigen konnte, machen wir heute zu dritt“, berichtet Meins. Kostenvoranschläge, Beratung und Organisation beanspruchen immer mehr Zeit.
Neben modernen Fahrzeugen kommen gelegentlich auch automobile Klassiker in die Werkstatt. Gerade steht dort ein besonderer Citroën ID 19 aus dem Jahr 1963, der vom französischen Karosseriebauer Chapron zum Cabriolet umgebaut wurde. Bei solchen Fahrzeugen ist das Wissen des erfahrenen Meisters gefragt. „Wenn eine Ente in die Werkstatt kommt, holen mich die jungen Kollegen“, erzählt er schmunzelnd.
Familiärer Zusammenhalt als Erfolgsrezept
Besonders wichtig ist Carsten Meins das gute Betriebsklima. Viele Mitarbeiter kennen sich seit Jahren. Probleme werden offen angesprochen, und nach Feierabend bleibt gelegentlich Zeit für ein gemeinsames Bier und persönliche Gespräche.
„Wir haben wirklich ein gutes Verhältnis untereinander. Es ist familiär“, sagt der Firmenchef. Dieser Zusammenhalt sei für ihn ebenso wichtig wie zufriedene Kunden.
Eine große Jubiläumsfeier wie zum 40-jährigen Bestehen wird es diesmal allerdings nicht geben. Damals hatte das Unternehmen die Werkstatt ausgeräumt, einen Bierwagen aufgestellt und mit zahlreichen Gästen gefeiert. Heute steht die Familie vor anderen Herausforderungen. Helga Meins ist schwer erkrankt und benötigt viel Unterstützung. „Im Moment ist mir einfach nicht nach Feiern“, sagt ihr Sohn. Eine Feier soll später folgen.
Auch über die Zukunft des Unternehmens macht sich Carsten Meins Gedanken. Etwa zehn Jahre möchte er noch arbeiten. Eine Nachfolge innerhalb der Familie zeichnet sich bislang nicht ab, denn seine Kinder haben andere berufliche Wege eingeschlagen. Denkbar wäre für ihn auch eine Übernahme durch einen Mitarbeiter. Konkrete Pläne gibt es noch nicht.
Bis dahin bleibt er seiner Linie treu: Reparaturen zu fairen Preisen, persönliche Beratung und ein gutes Miteinander. „Wir wollen weiterhin für unsere Kunden da sein und gemeinsam vernünftige Lösungen finden“, sagt Carsten Meins.
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Umfassender Service für alle Fahrzeugmarken
Klein Rönnau. Das Autohaus Meins in der Plöner Straße 16 bietet als freie Meisterwerkstatt ein umfangreiches Leistungsspektrum für Fahrzeuge sämtlicher Marken und Modelle. Seit 2023 setzt Inhaber und Kraftfahrzeugmeister Carsten Meins vollständig auf die markenunabhängige Betreuung seiner Kunden. Moderne Bosch-Diagnosetechnik ermöglicht eine zuverlässige Fehlersuche und fachgerechte Reparaturen.
Als DEKRA-Stützpunkt bietet das Autohaus an allen Werktagen Hauptuntersuchungen an. Kleinere Mängel lassen sich häufig sofort beheben. Auch Abgasuntersuchungen einschließlich der vorgeschriebenen Partikelzählung bei Euro-6-Dieselfahrzeugen führt der Betrieb direkt vor Ort durch.
Zum Leistungsspektrum gehören außerdem Wartungs- und Reparaturarbeiten an Elektrofahrzeugen. Die Mitarbeiter sind für Arbeiten an Hochvoltsystemen entsprechend geschult. Für Wohnmobile und Wohnwagen bietet die Werkstatt zertifizierte Gasprüfungen nach G607 sowie Servicearbeiten an Fahrwerk und Antrieb an. Bei Motorölen und Schmierstoffen setzt der Betrieb auf Produkte von Masteroil.
Das neunköpfige Team verfügt über langjährige Erfahrung. Neben Carsten Meins steht der speziell ausgebildete Serviceberater Thies Borchert den Kunden als Ansprechpartner zur Verfügung.
Das 1976 von Hartmut Meins gegründete Familienunternehmen ist unter der Telefonnummer 04551/81757 sowie im Internet unter www.auto-meins.de erreichbar. ohe