Ausbildung mit Zukunft: Lactoprot sucht Milchtechnologen
Leezen Milch ist weit mehr als nur ein Getränk. Bei der Firma Lactoprot in Leezen wird sie in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt und zu hochwertigen Zutaten für die Lebensmittelindustrie verarbeitet. Für diese anspruchsvollen Produktionsprozesse sucht das Unternehmen dringend Nachwuchs.
„Wir suchen in erster Linie Milchtechnologen“, sagt Werkleiter Falko Schümann. Der Beruf sei vielen jungen Menschen kaum bekannt, biete aber hervorragende Perspektiven. Milchtechnologen steuern und überwachen moderne Produktionsanlagen, kontrollieren die Herstellungsprozesse und sorgen dafür, dass aus der angelieferten Rohmilch hochwertige Eiweiß- und Milchzuckerprodukte entstehen. Dabei arbeiten sie überwiegend an computergesteuerten Anlagen und benötigen neben technischem Verständnis auch Kenntnisse in den Naturwissenschaften.
„Viele stellen sich vor, dass man den ganzen Tag im weißen Kittel im Labor steht“, ergänzt Produktionsleiter Jendrik Giese. Tatsächlich sei der Beruf deutlich vielseitiger. „Man bedient keine einfachen Maschinen, sondern hochautomatisierte Anlagen. Dafür muss man die gesamte Verarbeitung der Milch verstehen.“
Die Ausbildung dauert drei Jahre. Die praktische Ausbildung erfolgt in Leezen, der Berufsschulunterricht findet blockweise in Malente statt. Während der insgesamt sieben Schulblöcke wohnen die Auszubildenden im Internat. Unterkunft und Verpflegung übernimmt das Unternehmen.
Welche Schulbildung Bewerber mitbringen, ist nach Angaben von Lactoprot zweitrangig. „Wir hatten Auszubildende mit erstem allgemeinbildenden Schulabschluss ebenso wie mit Abitur“, sagt Giese. Entscheidend seien Motivation, Interesse an Technik und Naturwissenschaften sowie die Bereitschaft, im Schichtbetrieb zu arbeiten.
Die Chancen auf eine Übernahme stehen gut. Nach Angaben des Unternehmens stammen rund 60 Prozent der Beschäftigten an den Produktionsanlagen aus der eigenen Ausbildung. Fachkräfte seien europaweit gefragt. „Unser klares Ziel ist es, die Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss zu übernehmen“, betont Schümann.
Auch die Verdienstmöglichkeiten können sich sehen lassen. Bereits direkt nach der Ausbildung liegt das Bruttogehalt bei rund 3.400 Euro. Durch Schicht-, Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge kann das Einkommen deutlich steigen.
Weiterbildungen zum Molkereimeister oder Molkereitechniker sowie ein anschließendes Studium stehen den Absolventen ebenfalls offen.
Florian Papendorf ist im zweiten Lehrjahr. Für den 25-Jährigen ist die Ausbildung zum Milchtechnologen bereits die zweite. Nach der Schule erlernte er zunächst den Beruf des Zimmerers. Jetzt freut er sich, im wohltemperierten Leitstand vor den Bildschirmen zu sitzen und nicht bei großer Hitze auf dem Dach arbeiten zu müssen.
Bei Lactoprot absolvierte er zunächst ein Praktikum. Er war mit den Fahrern unterwegs zu den Bauernhöfen und kennt inzwischen den gesamten Weg der Milch – von der Kuh bis zum Proteinpulver. „Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß. Das liegt auch an den netten Arbeitskollegen“, sagt Florian Papendorf. An die Arbeit im Schichtdienst habe er sich gewöhnt. Für den Frühdienst um 4 Uhr aufzustehen falle ihm zwar manchmal schwer, dafür habe er aber bereits um 13 Uhr Feierabend.
Neben Milchtechnologen bildet Lactoprot auch milchwirtschaftliche Laboranten aus. Für den Ausbildungsbeginn am 1. August sind in beiden Berufen noch Plätze frei. Interessenten können zudem vorab ein Praktikum absolvieren, um den Beruf kennenzulernen.
„Das ist ein Beruf mit Zukunft“, sagt Kathrin Freund aus der Personalabteilung. „Lebensmittel werden immer gebraucht. Die Technik entwickelt sich weiter, aber gut ausgebildete Menschen werden auch künftig unverzichtbar sein.“
Am Standort Leezen beschäftigt Lactoprot rund 120 Mitarbeiter. Gemeinsam mit den weiteren Standorten in Kaltenkirchen und Lübeck gehört das Unternehmen zu einer Unternehmensgruppe mit insgesamt rund 600 Beschäftigten. ohe