150 Jahre Farbe und Qualität: Malermeister Thomas Harm feiert stolzes Firmenjubiläum
Leezen. Anderthalb Jahrhunderte Handwerkskunst in einem Familienbetrieb ist wahrlich selten. Der Malerbetrieb Thomas Harm in Leezen feierte jetzt dieses stolze 150-jährige Jubiläum.
Was 1876 mit Adolf Harm als Ein-Mann-Betrieb mit Handkarren in der Meiereistraße 1 in Leezen begann, ist heute ein moderner Familienbetrieb mit neun Gesellen und drei Auszubildenden und einem Fuhrpark aus acht Firmenwagen sowie Radlader und Bauwagen, dem Privat- und Geschäftskunden gleichermaßen das Vertrauen schenken.
Gefeiert wurde das runde Jubiläum am 20. August 2026 zunächst zusammen mit den treuen Mitarbeitern und Lieferanten im Gasthof Waidmannsruh in Neversdorf. Mit den Kunden soll zu einem späteren Zeitpunkt angestoßen werden.
Denn im Jubiläumsjahr stehen die Zeichen im Unternehmen auf Veränderung. Der Betrieb verlässt seinen historischen Standort im Ortskern. Da die benachbarte Lactoprot-Meierei die derzeitige Betriebsfläche in der Meiereistraße 3 dringend benötigt, baut Familie Harm noch einmal neu. Am Ortseingang, nahe der B432 aus Richtung Groß Niendorf kommend, entsteht auf einem 3.000 Quadratmeter großen Grundstück eine neue Halle, ein Bürogebäude und ein Wohnhaus – wieder in direkter Nachbarschaft zu einer Lactoprot-Halle. „Wenn alles rund läuft, soll der neue Firmensitz im Frühjahr 2028 fertiggestellt sein, so Thomas Harm. Mit den Kunden soll dann an dieser Stelle auf die Zukunft des traditionellen Familienbetriebs angestoßen werden.
Dieser erfreut sich über eine gute Auftragslage. Zum Dienstleistungsangebot gehören heute sämtliche Maler- und Tapezierarbeiten, das Verlegen von Bodenbelägen, Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) und Brandschutzbeschichtungen. Zu Großvaters Zeiten wurden nebenbei sogar noch Glaserarbeiten erledigt – das wird heute nicht mehr abgedeckt. Die Kunden sind in ganz Schleswig-Holstein und im Hamburger Raum sowie Mecklenburg Vorpommern zu finden. Für die Malergesellen bedeutet das reichlich Abwechslung. Für einen Großkunden ging es für sie auch schon mal bis nach Sylt.
Obwohl Thomas Harm offiziell Rentner ist, unterstützt er den Betriebsablauf weiterhin an drei Tagen in der Woche im Büro. Dort weiß er seit sieben Jahren seine Schwiegertochter Petra Lunau an seiner Seite. Ehefrau Regina Harm hält derweil im Hintergrund allen den Rücken frei, damit sich das Team voll auf das Malerhandwerk konzentrieren kann. kf
Treue Mitarbeiter im Traditionsbetrieb
Leezen. Neun Gesellen und drei Auszubildende sowie Bürokraft Petra Lunau bilden das aktuelle Team des Malerbetriebs Thomas Harm. Da ein Unternehmen immer nur so gut ist, wie seine Mitarbeiter, freut es Malermeister Thomas Harm, dass einige Gesellen ihm schon viele Jahre die Treue halten.
Florian Gurcke hat schon bei Klaus Harm gelernt und ist dem Unternehmen seit 36 Jahren treu.
Kay Lange hat das Malerhandwerk bei Thomas Harm gelernt und steht ihm seit 21 Jahren zur Seite.
Vor 15 Jahren kam Stiefsohn Arne Lunau als ausgebildeter Maurer ins Team und erlernte das Malerhandwerk als Quereinsteiger. Seine Erfahrung aus gleich zwei Gewerken bereichert das Unternehmen, das er in fünfter Generation weiterführen wird.
Auf stolze zehn Jahre Betriebszugehörigkeit blickt Malergeselle Nico Scheschonka zurück. Zusammen mit den anderen Kollegen geben sie alle ihre Erfahrung an die drei Auszubildenden weiter. Kimberly Bartels startet ins dritte Lehrjahr, Luca Lentföhr ins zweite und Melina Elsner ist frisch im ersten Lehrjahr. „Wir wollen uns nicht beschweren, aktuell gibt es bei uns eigentlich keine großen Nachwuchssorgen“, erklärt Thomas Harm zufrieden. Schon sein Vater Klaus Harm hat auf Nachwuchs aus den eigenen Reihen gesetzt. Dank der guten Auftragslage darf das Team gern noch weiter wachsen.
Anekdoten
Viele Kunden sind dem Traditionsbetrieb über Generationen treu. Wenn sich Thomas Harm über mehrere Lagen Tapeten beim Kunden beschwert, dann bekommt er schon mal zu hören: „Die hat dein Großvater aufgeklebt, dein Vater überklebt und du musst sie jetzt halt wieder runterkratzen.“
Bei einem Haus in Bebensee hat Thomas Harm gerade einen Auftrag angenommen und festgestellt: Sein Großvater Willi Harm hat den Erstanstrich gemacht, Vater Klaus Harm die Renovierung in den 90ern und jetzt melden sich die neuen Besitzer und fragen an, ob das Team um Thomas Harm die Malerarbeiten übernehmen kann. Deutlicher kann die lange Malerhandwerkstradition in der Familie Harm nicht symbolisiert werden. kf
Familienbetrieb wächst in die fünfte Generation
Leezen. Den Grundstein für den heutigen Malerbetrieb Thomas Harm legte Adolf Harm am 20. August 1876 mit der Gründung des Unternehmens. Eine Suppenkelle mit Gravur, die es zum 75-jährigen Bestehen des Betriebes von der Freiwilligen Feuerwehr Leezen als Geschenk gab, verrät das genaue Datum der Firmengründung. Mit Fleiß und Qualitätsbewusstsein etablierte er den Betrieb fest in der Dorfgemeinschaft Leezens und fand in Sohn Willi Harm einen würdigen Nachfolger.
Dieser übernahm nach den schweren Jahren des Zweiten Weltkriegs und der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft die Führung des Malerei-Betriebes und baute ihn in den Jahren des Wirtschaftswunders erfolgreich wieder auf.
Dessen Sohn Klaus Harm legte 1962 erfolgreich seine Meisterprüfung ab, leitete das Unternehmen bereits ein Jahr zuvor. Unter seiner Führung wuchs der Betrieb weiter, passte sich den neuen chemischen und technischen Entwicklungen der Branche an und wurde zu einem wichtigen Ausbildungsbetrieb in der Region.
Mit seinem Sohn, dem heutigen Inhaber Thomas Harm, führt seit 1996 die vierte Generation die Familientradition fort. Auch er legte 1987 seine Meisterprüfung erfolgreich ab. Mit Stiefsohn Arne Lunau steht die fünfte Generation bereits in den Startlöchern, denn die Söhne Oliver Harm und Daniel Harm entschieden sich, beruflich andere Wege zu gehen.
Der Betrieb überstand Weltkriege, Wirtschaftskrisen und den rasanten technologischen Wandel vom klassischen Kalkanstrich bis zur digitalen Farbgestaltung am Computer und blickt mit dem Standortwechsel erwartungsvoll in eine moderne, aussichtsreiche Zukunft. kf