Zauneidechsen sollen die Artenvielfalt beleben

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von Gerald Henseler

Zauneidechsen sollen die Artenvielfalt beleben

Fünf bis sechs Zentimeter sind die drei Wochen alten Jungtiere lang. Ausgewachsene Zauneidechsen erreichen eine Länge von 20 Zentimetern. Foto: ohe

Latendorf (ohe). In der blauen Kühltasche transportierte Janis Ahrens 38 junge Zauneidechsen in die ehemalige Kiesgrube bei Latendorf. Ahrens ist Leiter des Projekts der Wiederansiedlung von Zauneidechsen der Stiftung Naturschutz. Zauneidechsen sind eine Schirmart. Wo es ihnen gut geht, geht es auch vielen anderen Lebewesen gut“, sagt der Vielfaltschützer. Unter anderem profitieren Käfer und Wildbienen von der Wiederansiedlung der Zauneidechsen auf der stiftungseigenen Fläche bei Latendorf.

Bereits vor zwei Jahren hatten Mitarbeiter der Stiftung Naturschutz die ehemalige Kiesgrube für den Einzug der Mini-Drachen hergerichtet. Künftig sollen Robustrinder den Bewuchs auf dem sandigen Boden kurz halten. Eventuell bekommen sie Unterstützung von Ziegen.

Patrick Pohlmann von der Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung hat die kleinen Zauneidechsen in Kiel aufgepäppelt. Ihre Eltern stammen aus dem Hasloher Forst. Dort gibt es in einem kleinen Gebiet viele Zauneidechsen. Nur sind diese eingeschlossen und können sich nicht mit anderen Populationen kreuzen. Unter den Idealbedingungen der Kieler Aufzuchtstation schlüpfen die Tiere nach 36 bis 42 Tagen Brutzeit. „In der Natur kann das bis zu 70 Tagen dauern“, sagt Pohlmann. Ihren freilebenden Artgenossen sind die Tiere in der Entwicklung einige Wochen voraus. Sie haben keine Probleme, genügend Nahrung zu finden. Allerdings haben sie viele Fressfeinde wie Raubvögel und Marder. Auch Hauskatzen fressen die Echsen gern. Pohlmann und Ahrens hoffen, dass trotzdem viele Tiere überleben und für Nachwuchs sorgen.

„Artenschutz ist genauso wichtig wie Klimaschutz. Der Einfluss der Arten auf die Natur wird vielfach unterschätzt“, sagt Sandra Redmann, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz. Sie beobachtete die Auswilderung der Zauneidechsen. Die Artenvielfalt geht in Schleswig-Holstein nach Auskunft von Sandra Redmann seit Jahren stark zurück. Flächenzerschneidungen und intensive landwirtschaftliche Nutzung sind laut Redmann die größten Risiken der Artenvielfalt.

Das Wiederansiedlungsprojekt bei Latendorf fördert der Kreis Segeberg mit Mitteln vom Land und der Europäischen Gemeinschaft. Drei Jahre lang erhalten die Vielfaltschützer jährlich rund 15.000 Euro an Fördergeldern für das Projekt.


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