Wo junge Köpfe große Ideen entwickeln
Bad SegebergWährend manche Schülerinnen und Schüler für Fußball brennen, begeistert andere das Forschen. Für sie gibt es seit vier Jahren das Schülerforschungszentrum (SFZ) in Bad Segeberg. Aus dem gesamten Kreisgebiet kommen hier Mädchen und Jungen zusammen, um eigene Projekte zu entwickeln und ihren Ideen nachzugehen – und das mit beachtlichem Erfolg: Mit zwei Landessiegen und einem zweiten Platz kehrten die Segeberger in der vergangenen Woche vom Landeswettbewerb in Flensburg zurück.
Julius-Eike Schulze demonstrierte, wie sich aus Lärm Energie gewinnen lässt und sicherte sich damit den ersten Preis in der Kategorie Physik. Auch in der Kategorie Technik ging der Sieg nach Bad Segeberg: Jorik untersuchte, wie sich aus recycelbaren Materialien besonders reißfestes Papier herstellen lässt. Beide traten in der Juniorenklasse (bis 15 Jahre) an.
Matti und Mina aus der Oberstufe entwickelten eine Künstliche Intelligenz zur Erkennung von Drohnen und wurden dafür mit dem zweiten Preis ausgezeichnet.
Über nahezu ein ganzes Jahr hinweg arbeiten die Jungforscherinnen und Jungforscher – begleitet von den Mitarbeitenden des SFZ – an der Entwicklung und Umsetzung ihrer Projekte im MINT-Bereich. Am Anfang steht stets eine präzise Forschungsfrage samt passender Hypothesen. Dabei gilt: Die Fragestellung sollte weder zu umfangreich noch bereits umfassend erforscht sein .
In der anschließenden Projektphase wird systematisch gearbeitet, um belastbare Ergebnisse zu erzielen – weit über ein bloßes Ausprobieren hinaus. Besonders anspruchsvoll ist die abschließende Verschriftlichung: Auf bis zu 15 Seiten werden Vorgehen und Ergebnisse detailliert dokumentiert, bevor die Projekte vor der Jury von „Jugend forscht“ präsentiert werden. Dann beginnt das Warten auf die Entscheidung – und die Hoffnung auf eine Auszeichnung.
Das Schülerforschungszentrum bildet für viele Schülerinnen und Schüler einen wichtigen Anlaufpunkt. Sieben Lehrkräfte sowie Partner aus externen Einrichtungen wie Noctalis, dem Tierpark Warder, dem Medienlabor der Stadtbücherei und der Imkerei Schröder unterstützen sie dabei, ihre Forschungsarbeiten zielgerichtet voranzubringen.
Beheimatet ist das SFZ an der Dahlmannschule in Bad Segeberg. Darüber hinaus nutzen die Schülerinnen und Schüler auch außerschulische Lernorte, etwa die Streuobstwiese am Kastanienweg. Diese wurde vor vier Jahren von Dahlmannschülerinnen und -schülern angelegt, zwei Jahre später kam ein Weiher hinzu. Bereits im vergangenen Jahr konnte Mia hier 104 verschiedene Tier- und Pflanzenarten nachweisen. Gemeinsam mit anderen jungen Forschenden möchte sie die Entwicklung des Weihers weiter beobachten.
„Es ist wichtig, den Schülerinnen und Schülern die notwendige Infrastruktur für ihre Forschungsprojekte zur Verfügung zu stellen“, betont Eike Schütze, stellvertretender Schulleiter der Dahlmannschule. Gemeinsam mit Daniel Bewernick-Green gehört er zu den betreuenden Lehrkräften.. ohe