Wespenberater gesucht: Kaldeweys geben ihr Wissen nach 20 Jahren weiter
SEEDORF-BLOMNATH. Wespen- und Hornissenvölker erreichen im August ihre größte Stärke. Ulrike und Jürgen Kaldewey beobachten jedoch, dass viele Völker in diesem Jahr diesen Höhepunkt bereits früher erreicht haben. Einige Nester der Sächsischen Wespe sind sogar schon verlassen. Seit mehr als 20 Jahren sind die beiden als Wespenberater in den Kreisen Segeberg, Plön und Ostholstein unterwegs. Nun möchten sie ihre verantwortungsvolle Aufgabe aus Altersgründen in jüngere Hände übergeben.
„Es kommt häufig vor, dass ich zur Entfernung eines Nestes auf ein Dach klettern muss. Das fällt mir mit 73 Jahren zunehmend schwerer“, erzählt Jürgen Kaldewey. Ihre umfangreichen Erfahrungen und ihr Wissen rund um Wespen und Hornissen möchten Ulrike und Jürgen Kaldewey deshalb gern weitergeben. Über viele Jahre hat Jürgen Kaldewey das Leben der Insekten erforscht, beobachtet und dokumentiert. Im kommenden Jahr möchte er noch einmal als Wespenberater tätig sein – und dabei möglichst eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger als Assistenten mitnehmen und einarbeiten.
Melden sich Menschen wegen eines Wespen- oder Hornissennestes im Haus oder auf dem Grundstück, steht zunächst eine Beratung im Mittelpunkt. „In etwa zwei Dritteln der Fälle können die Nester dort bleiben, wo sie sind“, erklärt Kaldewey. Nur die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe interessieren sich für Kuchen, Süßigkeiten oder Getränke.
Hornissen dagegen gelten als deutlich friedlicher und ernähren sich von anderen Insekten. Wer ruhig bleibt, Speisen und Getränke abdeckt und ausreichend Abstand hält, muss sich in der Regel keine Sorgen machen.
Wenn ein Nest tatsächlich eine Gefahr darstellt, siedeln Ulrike und Jürgen Kaldewey Wespen- und Hornissenvölker um. Dafür verfügen sie über eine Genehmigung des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Dabei gehen sie besonders vorsichtig vor: Ihr Ziel ist es nicht, die Tiere zu beseitigen, sondern ihnen einen neuen Lebensraum zu ermöglichen.
Auf ihrem Meierhof in Blomnath bieten die Kaldeweys den umgesiedelten Völkern eine neue Heimat. Die Nester werden an einem wind- und wettergeschützten Platz angebracht. Zusätzlich versorgen sie die Insekten mit Zuckerwasser und Apfelsaft. Schon nach kurzer Zeit nehmen die Wespen und Hornissen den neuen Standort an und setzen den Bau ihrer Nester fort.
Wer Wespenberater oder Wespenberaterin werden möchte, sollte neben Interesse an den Tieren auch handwerkliches Geschick mitbringen. „Jeder Einsatzort ist anders“, sagt Jürgen Kaldewey. Häufig werden Nester erst bei Bauarbeiten entdeckt – etwa in Zwischenwänden, unter Dachpfannen oder an Balken.
Interessierte können sich bei Jürgen und Ulrike Kaldewey unter der Telefonnummer 0 45 56 / 3 88 oder per E-Mail an post@kaldewey.de melden. ohe