Wertvolle Baumstämme warten auf ihre Käufer
Auf dem Wertholzlagerplatz bei Daldorf sind inzwischen 1.900 Kubikmeter der besten Stämme der laufenden Saison wie in einem großen Schaufenster aufgereiht und warten auf Käufer. Das Holz stammt aus der laufenden Waldpflege nachhaltiger Forstwirtschaft. Es wurde extra für die schriftliche Versteigerung Anfang Februar aussortiert, weil sich die Försterinnen und Förster für diese Stämme eine besonders große Käufernachfrage und auch höhere Preise versprechen. In den Wäldern der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten laufen die Durchforstungen zurzeit auf Hochtouren. Das Winterwetter mit Frost und tragfähigen Böden bietet ideale Bedingungen, um Böden und Waldwege bestmöglich zu schonen.
„Wir haben das Glück, dass uns zurzeit die niedrigen Temperaturen in die Karten spielen“, erzählt Thies Mordhorst, Abteilungsleiter Holzmarkt der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. So hilfreich das Wetter gerade für die praktische Waldarbeit auch sei, gebe es doch einen Wehrmutstropfen. „Die in Daldorf angebotenen Stämme müssen schneefrei gehalten werden, damit die Kunden die Qualität verlässlich einschätzen können“, so Mordhorst. Das könne durchaus zusätzliche Arbeit bedeuten. Weil es sich bei den angebotenen Stämmen der Wertholzsubmission nur um einen Bruchteil des zur nachhaltigen Waldentwicklung eingeschlagenen Holzes handele und die Stämme besonders wertvoll seien, lohne sich der Aufwand.
Im Fokus der Wertholzsubmission stehen vor allem die Baumarten Eiche und Esche. Dazu finden sich weitere Edellaubhölzer wie Ahorn und Kirsche oder wertvolle Nadelhölzer wie Lärche und Douglasie. „Die nachhaltige Laubholzernte deckt insgesamt ein breites Sortiment ab“, so Mordhorst. „Dazu zählt im Schwerpunkt das Sägeholz, aber auch Verpackungs-, Industrie- und Brennholz. Das anteilig aus dem Einschlag heraussortierte Wertholz, das aus den unteren, astfreien Stammabschnitten besteht, wird auf der Submission als schriftliche Versteigerung nationalen und internationalen Käufern per geschlossenem Bieterverfahren angeboten.“ Die Submission findet in diesem Jahr am Montag, 9. Februar, auf dem Wertholzlagerplatz Daldorf statt und wird von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und der Schleswig-Holsteinischen Holzagentur gemeinsam ausgerichtet. Mehr als die Hälfte der in Daldorf angebotenen Holzmenge stammt aus dem Privatwald und wurde über die Holzagentur mobilisiert. Zeitgleich organisieren die Kreisforsten Herzogtum Lauenburg und der Stadtwald Lübeck auf dem Lagerplatz Lanken eine zweite Submission.
Die Holzernte in den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten erfolgt nach den Grundsätzen einer nachhaltigen und naturnahen Waldbewirtschaftung. „Es wird nicht mehr Holz genutzt, als langfristig nachwächst. Grundlage dafür ist eine umfassende Waldinventur, die alle zehn Jahre in den Landesforsten durchgeführt wird“, erklärt Mordhorst. Zudem leisten die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten mit der laufenden Holzernte auch einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz im Land zwischen den Meeren: Die nachhaltige Bindung von Kohlenstoff im Rahmen der naturnahen Waldbewirtschaftung ergibt sich durch die möglichst langfristige stoffliche Nutzung und wirkt sich nachweislich positiv auf die Kohlenstoffbilanz aus. Ergänzend verstärken Substitutionseffekte diesen Nutzen, da Holzprodukte in Herstellung und Einsatz eine deutlich bessere Klimabilanz aufweisen als energieintensive Materialien wie Beton, Stahl oder fossile Brennstoffe. Am Standort des geernteten Baumes entsteht wiederum Platz für die nächste Waldgeneration. Mordhorst: „Unsere naturnahe Waldwirtschaft schützt das Klima und versorgt gleichzeitig die regionale Wirtschaft mit hochwertigen Rohstoffen.“