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Vorsicht: Betrüger melden sich per WhatsApp: Hallo Papa, ich habe einen neue Telefonnummer

von Gerald Henseler

Bad Segeberg (ohe). Günther Stahl (Name von der Redaktion geändert) ist es peinlich, dass er auf Betrüger reingefallen ist. Daher will er seinen Namen nicht in der Zeitung lesen. Doch er will warnen, damit  die Betrüger nicht noch weitere Opfer finden.

„Hallo Papa, ich habe eine neue Telefonnummer.“ Diese Nachricht erhielt Günther Stahl eines Morgens. Sein vermeintlicher Sohn bat ihn, seine alte Telefonnummer zu löschen und die neue abzuspeichern. Günther Stahl tat das und sein vermeindlicher Sohn bedankte sich mit Herzchen. Am frühen Abend meldete sich der Betrüger dann erneut. „Kannst du mir helfen? Ich kann mein Online-Banking noch nicht nutzen“, schrieb ihm der Betrüger. Er erklärte, dass es aufgrund des Handywechsels einige Tage dauern würde, bis das Online-Banking wieder freigeschaltet sei und bat Günther Stahl eine dringende Rechnung in Höhe von 1.514,77 Euro zu begleichen. „Das klang so echt. Ich habe das geglaubt und den Betrag überwiesen“, sagt Stahl.

Erst später, als die Betrüger begannen, ihn zu siezen, wurde Günther Stahl skeptisch. doch da war alles zu spät.

Diese relativ neue Betrugsmasche ist der Polizei in Bad Segeberg bekannt. Seit Februar treten vermehrt ähnliche Fälle bei uns auf“, erklärt Polizeipressesprecher Lars Brockmann.

In den meisten Fällen blieb es bei Versuchstaten, bei denen die Angeschriebenen misstrauisch wurden und sich über die „alte“ Nummer an ihre Kinder wandten.

Auffällig ist, dass die Betrüger ihre Opfer unter dem Vorwand der finanziellen Notlage zu Sofort- beziehungsweise Echtzeitüberweisungen drängen. Hierbei besteht keine Chance auf eine Rückbuchung.

Die Polizei weist darauf hin, sensibel mit Nachrichten unbekannter Rufnummern umzugehen. „Erteilen Sie Unbekannten keine Auskünfte über Ihre finanzielle Situation, geben Sie weder persönliche Daten noch Kontoverbindungen preis und gehen Sie niemals auf finanzielle Forderungen per SMS, Mail oder Anruf ein. Ein persönlicher Kontakt zu einem Angehörigen kann schnell Aufklärung darüber verschaffen, ob es sich um einen Betrug handelt“, rät die Polizei.

„Sollte es dennoch bereits zu einer Überweisung gekommen sein, wenden Sie sich schnellst möglich an Ihre Bank, um den Geldfluss zu stoppen und erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei“, so Lars Brockmann.

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