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von prakti kant

Vorboten des Sommers: Die Erdbeeren sind reif

Zwei Personen mit Eimer voller Erdbeeren im Gewächshaus.

e ersten Erdbeeren sind reif. Für Ute Volquardsen, Präsidentin der Landwirtschaftskammer, markieren sie den Beginn der Sommersaison. Auf dem Hof Soltau in Barsbüttel eröffnete sie offiziell die diesjährige Erdbeersaison. Die ersten heimischen Früchte stammen noch aus dem Folientunnel. Während über die Felder draußen noch ein kühler Wind zieht, herrschen unter der Folie bereits sommerliche Temperaturen. Im Freiland stehen die Erdbeerpflanzen vielerorts noch in der Blüte, unter der Folie tragen sie hingegen schon kräftige rote Früchte.
Zur Bestäubung der Pflanzen haben Hummeln beigetragen. Landwirt Bastian Soltau hat dafür mehrere Hummelvölker an den Folientunneln angesiedelt. Dort entdeckte er allerdings auch einige Gartenlaubkäfer. Für die aktuelle Ernte stellen sie keine Gefahr mehr dar, doch mit Blick auf die kommende Saison muss Soltau Vorsorge treffen. Die Larven der Käfer können die Wurzeln der Pflanzen erheblich schädigen.
Für die Erdbeerbauern im Norden ist die Saison äußerst erfolgreich gestartet. „So früh wie in diesem Jahr haben wir die Ernte noch nie begonnen“, sagt Bastian Soltau. Die lang anhaltende Frostperiode im Januar und Februar sorgte für eine besonders ausgeprägte Blütenbildung. Zudem förderten die vielen Sonnenstunden im März die frühe Blüte und die schnelle Reife der Früchte. Soltau rechnet mit einem Ertrag von zwölf bis 15 Tonnen Erdbeeren pro Hektar. Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt jedoch stark vom Wetter ab. Rund zwei Drittel seiner Erdbeeren wachsen im Freiland. Bereits ein heftiger Hagelschauer kann dort erhebliche Schäden verursachen.
Erdbeeren gehören zu den empfindlichsten Früchten überhaupt. Deshalb werden sie täglich in den frühen Morgenstunden sorgfältig von Hand geerntet, sobald sie ihren optimalen Reifegrad erreicht haben.
„Die Frische entscheidet über die Qualität und den Geschmack der Früchte“, erklärt Tilman Keller, Fruchtexperte der Landwirtschaftskammer. Er empfiehlt daher, Erdbeeren möglichst direkt beim Erzeuger zu kaufen und zeitnah zu verzehren oder weiterzuverarbeiten.
Auch Ute Volquardsen verweist auf den hohen Aufwand im Erdbeeranbau. Steigende Kosten für Energie, Arbeitskräfte und Betriebsmittel setzten die Landwirte zunehmend unter Druck. Dennoch halten viele Betriebe ihre Verkaufspreise stabil. Zum Saisonstart kostet ein Kilogramm Erdbeeren derzeit rund 13 Euro.
Im vergangenen Jahr lag die Freilanderntemenge in Deutschland bei 75.500 Tonnen. Gleichzeitig ist die Anbaufläche im Freiland zurückgegangen. Der geschützte Anbau hingegen wurde auf rund 2.000 Hektar ausgeweitet. ohe