Vom Scheunenfund zurück auf die Straße
Seedorf-Blomnath. 28 Jahre lang standen drei Citroën 2CV in einer Scheune in Seedorf-Blomnath. 1998 meldeten Jürgen und Ulrike Kaldewey ihre Enten ab und stellten sie unter. Nun hat Jürgen Kaldewey die Oldtimer wieder in Betrieb genommen.
Mit historischen Fahrzeugen kennt sich der Seedorfer aus. Bereits mehrfach hat er ältere Fahrzeuge wieder fahrbereit gemacht. Bei den Enten hielt sich der Aufwand jedoch in Grenzen. Kaldewey erneuerte die Kraftstoffschläuche, kontrollierte den Ölstand, wechselte Zündkerzen, Zündkabel und Unterbrecherkontakte, füllte Benzin ein und schloss eine Batterie an. Danach liefen die Motoren wieder.
„Enten haben kein Kühlwasser und keine normale Bremsflüssigkeit. So können sie auch nach einem Vierteljahrhundert einfach wieder losfliegen“, sagt Kaldewey. Die Scheibenbremsen des 2CV arbeiten mit Öl und rosten deshalb nicht fest.
Als Nächstes sollen die Fahrzeuge wieder für den Straßenverkehr zugelassen werden. In wenigen Wochen möchte Kaldewey für alle drei Wagen eine neue TÜV-Plakette erhalten. Eine aufwendige Komplettrestaurierung planen die Kaldeweys jedoch nicht. Die Fahrzeuge sollen technisch in Ordnung gebracht werden, ihr ursprünglicher Charakter soll erhalten bleiben.
„Es sollen unsere Enten bleiben – mit den Spuren ihres langen Autolebens“, sagt Jürgen Kaldewey. Viele Beulen und Kratzer erinnern das Ehepaar an gemeinsame Erlebnisse. „Hier hat mich einmal ein Kleinlaster gerammt. Der Fahrer wollte, dass ich weiterfahre. Dabei hatte er die Ente bereits auf seine Stoßstange gehoben“, erinnert sich Ulrike Kaldewey.
Auch an eine Geschichte aus dem Bekanntenkreis erinnert sie sich noch gut. Eine Freundin, die ebenfalls eine Ente fuhr, stellte fest, dass sich über Nacht immer wieder Kleinigkeiten im Fahrzeug verändert hatten. Schließlich vermutete sie, dass ein Obdachloser darin übernachtete. Sie legte ihm Essen und Getränke ins Auto. Der unbekannte Gast bedankte sich und nutzte das Fahrzeug weiterhin als Schlafplatz.
Von den technischen Qualitäten des Citroën 2CV ist Jürgen Kaldewey bis heute überzeugt. „Sie brauchen kaum Öl und laufen 500.000 Kilometer“, sagt er über die luftgekühlten Motoren.
Die Geländegängigkeit der Enten stellt Jürgen Kaldewey bei einer Probefahrt über seine Koppel unter Beweis. Ohne Probleme meistert das gut gefederte Fahrzeug jedes Schlagloch und erklimmt sogar einen Wall.
Anderen Entenfreunden hilft er gern mit technischem Rat weiter. „Ich gebe gern Auskunft, mache aber keine Reparaturen und verkaufe keine Fahrzeuge“, betont er.
Jürgen und Ulrike Kaldewey sind unter der Rufnummer 04556/388 erreichbar. ohe