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von Gerald Henseler

Vom Neuanfang zum festen Platz am See

Ruderteam posiert mit Boot am Seeufer.
Walter Paustian, Werner Stiehr, Fritz Schweim, Curt Lubeseder, ein namentlich nicht bekannter Schüler, Erich Brauer, Walter Walsberg und ein weiterer Schüler (v.li.) im Hintergrund gehörten in den Gründerjahren zum Team des Ruderclubs. Foto: Archiv Verein

Bad Segeberg. Der Segeberger Ruderclub blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Gegründet wurde der Verein 1926 auf Initiative von Curt Lubeseder, Walter Paustian, Hermann Maas, Bruno Schenk und Werner Stiehr. Schon bald öffnete sich der Club auch Jugendlichen und Frauen. Im Jahr 1929 richtete der Verein offiziell eine Damenriege ein. Bereits 1930 absolvierten die Mitglieder mehr als 2.000 Fahrten auf dem Großen Segeberger See.
Anfangs fehlte es an einem eigenen Bootshaus. Die Boote lagerten in einer Scheune am Winklersgang und mussten einzeln zum See transportiert werden. Noch in den 1920er-Jahren entstand ein erstes Bootshaus im Bereich der heutigen Badeanstalt. Das Vereinsleben entwickelte sich, doch der Zweite Weltkrieg setzte dem Rudersport in Bad Segeberg ein abruptes Ende.
Nach dem Krieg stand der Verein nahezu vor dem Nichts. Boote gingen verloren, das Bootshaus wurde abgerissen und viele Mitglieder mussten ihr Leben neu ordnen. Zwar versuchten ehemalige Ruderer Anfang der 1950er-Jahre, den Club wiederzubeleben. Doch der Rudersport kam nicht wieder dauerhaft in Gang. Bis 1973 bestand der Verein praktisch nur noch auf dem Papier.
Den entscheidenden Neustart leitete Hartmut Müller Ende 1973 mit einem Aufruf zur Wiederbelebung des Rudersports ein. Bei der Gründungsversammlung am 30. Mai 1974 fanden sich mehr als 30 Interessierte zusammen. Der neue Vorstand hatte zunächst weder Geld noch Boote noch ein Bootshaus. Mit viel Eigenleistung gelang dennoch der Wiederaufbau. 1975 gingen die ersten neuen Renn-Einer auf den Großen Segeberger See.
1976 fand der Club schließlich seinen heutigen Standort. Nach einem Flächentausch stellte die Stadt ein Grundstück im Erbbaurecht zur Verfügung. Am 23. Oktober 1976 erfolgte die Grundsteinlegung, am 11. Dezember das Richtfest. Im September 1977 übergab der Architekt das fertige Bootshaus. Damit hatte der Verein nur wenige Jahre nach seiner Wiedergründung wieder eine feste Heimat am Großen Segeberger See.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Club weiter. Das Bootshaus erhielt 1989 ein Satteldach. Von 1998 bis 2000 entstand ein neuer Zwischentrakt mit verbesserten Sanitäranlagen und einem Jugendraum. Auch sportlich setzte der Verein Akzente.
Besonders die Jugendarbeit brachte zahlreiche Erfolge hervor. 1994 gewann Jan-Oliver Malonn im Doppelzweier die Bronzemedaille beim Bundesentscheid. 2000 holten Katrin Kistenmacher und Neele Heinsen im Mädchen-Doppelzweier beim Bundesentscheid in Wolfsburg den Bundessieg.
Heute verbindet der Segeberger Ruderclub Breitensport, Leistungssport und Vereinsleben. Die Geschichte des Vereins zeigt vor allem, wie stark ehrenamtliches Engagement den Rudersport in Bad Segeberg geprägt hat. Nach Krieg, Stillstand und einem kompletten Neuanfang fand der Club wieder seinen festen Platz am Großen Segeberger See.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Club weiter. Das Bootshaus erhielt 1989 ein Satteldach. Von 1998 bis 2000 entstand ein neuer Zwischentrakt mit verbesserten Sanitäranlagen und einem Jugendraum.
Seit etwa 2000 stellte sich der Verein zunehmend breiter auf. Das Training auf dem Ruderergometer wurde ausgebaut und ermöglichte auch im Winter ein gezieltes Training.
Gleichzeitig entstanden weitere Trainingsgruppen, die eine bessere Betreuung unterschiedlicher Trainings- und Zielgruppen ermöglichten. Auch die Zahl der Anfängerkurse nahm zu. Damit wollte der Club weitere Menschen aus Bad Segeberg für den Rudersport gewinnen.
Nach der Corona-Pandemie begann der Verein mit der Erneuerung seiner Steganlage. 2022 und 2023 wurde zunächst der feste Steg erneuert. In diesem Jahr folgte der Schwimmsteg. Damit investierte der Club erneut in seine Infrastruktur und sicherte die Bedingungen für den Trainings- und Breitensport am Großen Segeberger See.
Heute verbindet der Segeberger Ruderclub Breitensport, Leistungssport, Nachwuchsarbeit und Vereinsleben. Die Geschichte des Vereins zeigt vor allem, wie stark ehrenamtliches Engagement den Rudersport in Bad Segeberg geprägt hat.
Nach Krieg, Stillstand und einem kompletten Neuanfang fand der Club wieder seinen festen Platz am Großen Segeberger See und entwickelte sein Angebot kontinuierlich weiter. ohe

Sprint-Regatta zum Jubiläum auf dem Großen Segeberger See

Ruderboote auf einem See mit grüner bewaldeter Uferlinie.
Die Regatta ist ein Höhepunkt im Jahresprogramm des Segeberger Ruderclubs. Foto: Bianca Bergmann

Bad Segeberg. Der Segeberger Ruderclub richtet am Sonnabend, 29. August, seine Sprint-Regatta auf dem Großen Segeberger See aus. Die Veranstaltung findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Zusammen mit den früheren Regatten blickt der Verein damit auf die 37. Ruderregatta in Segeberg zurück.
Zum Jubiläumsjahr hat der Verein die Ausschreibung überarbeitet. Einige Rennen wurden wegen geringer Meldezahlen zusammengelegt. Dadurch sollen Rennausfälle vermieden und Mehrfachstarts erleichtert werden. Zum Programm gehören auch in diesem Jahr die Slalomrennen. Ein besonderer Höhepunkt sind die Sprint-Cup-Rennen im Doppelvierer und Achter.
Der erste Start erfolgt um 9 Uhr mit dem Frauen-Einer. Das Ende hängt vom Meldeergebnis ab. Die Slalomrennen laufen am Vormittag parallel. Dafür gibt es keine festen Startzeiten. Die Teilnehmer müssen innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters selbstständig am Start erscheinen.
Meldungen nimmt der Segeberger Ruderclub ausschließlich über das Meldeportal entgegen. Für die Regatta müssen auch frühere Teilnehmer ein neues Benutzerkonto anlegen.
Die gesamte Veranstaltung lässt sich zudem per Livestream verfolgen. Die Aufzeichnung bleibt auch nach der Regatta abrufbar.  ohe

Jubiläumsfeier mit geladenen Gästen

Bad Segeberg. Am Bootshaus erwarten die Ruderinnen und Ruderer am Sonnabend, 12. September, um 17 Uhr prominente Gäste zu ihrer Jubiläumsfeier. Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung ziehen die Wassersportlerinnen und Wassersportler in die benachbarte Gastronomie „Lieblingsplatz am See“ weiter. Nach dem Essen lassen sie den Tag im Bootshaus ausklingen. ohe

Rudern stärkt Körper und Gemeinschaft

Vierköpfige Rudermannschaft im Wettbewerb auf dem Wasser.
Die Regatta ist ein Höhepunkt im Jahresprogramm des Segeberger Ruderclubs. Foto: Bianca Bergmann

Bad Segeberg. Meike Twillemeier genießt es, nach der Arbeit im Vierer über den Großen Segeberger See zu rudern. „Das ist Sport und Entspannung in einem“, sagt die Schriftführerin des Segeberger Ruderclubs.
Tobias Feilhauer hat mit dem Rudersport vor allem begonnen, um Rückenproblemen vorzubeugen. Rudern ist ein Ganzkörpertraining und beansprucht mehr als 80 Prozent der gesamten Muskulatur. Dazu gehören Beine, Gesäß, Rücken, Bauch, Schultern und Arme. Die Zugbewegung stärkt insbesondere die Rumpf- und Rückenmuskulatur und beugt so Verspannungen sowie Rückenschmerzen, die durch langes Sitzen entstehen, effektiv vor.
Rund 130 Mitglieder zählt der Segeberger Ruderclub heute. Die Altersstruktur zeigt, dass der Verein mehrere Generationen zusammenbringt: 18 Prozent der Mitglieder sind zwischen zehn und 17 Jahre alt, 16 Prozent zwischen 18 und 29 Jahren. Die größte Gruppe bilden mit 39 Prozent die 30- bis 59-Jährigen. Weitere 28 Prozent der Mitglieder sind 60 Jahre oder älter. „Unser Verein steht auf vier Säulen: Kinder- und Jugendarbeit, Breitensport, Wintertraining und Regatten“, sagt Tobias Feilhauer.
Gut zwei Dutzend Kinder und Jugendliche trainieren im Ruderclub. Wer im Leistungssport an der Spitze mithalten möchte, muss früh beginnen. Bereits ab einem Alter von zehn Jahren trainieren Mädchen und Jungen auf dem Großen Segeberger See. Voraussetzung für die ersten Ausfahrten ist das Freischwimmer-Abzeichen. Vor allem die Jugendlichen des Segeberger Ruderclubs feiern im Leistungssport regelmäßig Erfolge.
Auch in der Vergangenheit haben Mitglieder des Vereins bei nationalen und internationalen Wettbewerben auf sich aufmerksam gemacht. Eric Bruhn gewann 2015 Bronze bei der Deutschen Meisterschaft im Junioren-Achter. Timm Kraus nahm 2016 an der U23-Weltmeisterschaft in Rotterdam teil und startete dort für die Lübecker Ruder-Gesellschaft. Timm Kraus gehört heute dem Vorstand des Segeberger Ruderclubs an und leitet das Training der Leistungsgruppe. Robin Hamann gewann 2018 beim Baltic-Cup in Polen mit dem U23-Doppelvierer. Jano Drews wurde 2023 Deutscher Meister im Junioren-Achter und Vizemeister im Junioren-Vierer.
Für die Breitensportler stehen hingegen die gesundheitlichen Aspekte, das gemeinsame Naturerlebnis und die Geselligkeit im Vordergrund. Der Segeberger Ruderclub bietet zudem Wanderfahrten an. Im Jubiläumsjahr führte eine Tour an den Krakower See, wo die Ruderinnen und Ruderer gemeinsam erlebnisreiche Tage auf dem Wasser und an Land verbrachten.
Wer im Sommer erfolgreich sein will, muss auch im Winter trainieren. Deshalb bietet der Segeberger Ruderclub in der kalten Jahreszeit und bei schlechtem Wetter Training auf dem Ruderergometer an. Zudem nehmen die Vereinsmitglieder an Wettkämpfen auf den Ergometern teil, beispielsweise am Alster-Ergo-Cup.
Das Highlight im Vereinsleben ist die jährliche Regatta auf dem Großen Segeberger See. „Das ist eine Sprintregatta über 350 Meter“, erklärt Tobias Feilhauer. In diesem Jahr findet sie am Sonnabend, 29. August, statt. Zuschauerinnen und Zuschauer können die Rennen von der Promenade aus hervorragend verfolgen. Bereits 378 Meldungen sind bei der Wettkampfleitung eingegangen. Firmen bietet der Club Ruderevents zum Teambuilding an.
Im Frühjahr weihte der Segeberger Ruderclub seinen neuen Steg ein. Rund 60.000 Euro kostete die Anlage. Sie ist deutlich sicherer zu begehen als der bisherige Schwimmsteg. Außerdem finden auf jeder Seite nun jeweils zwei Viererboote hintereinander Platz. Bund, Land und der Kreis Segeberg förderten den Neubau.
ohe

Lauf der guten Vorsätze

Bad Segeberg. Der traditionelle Silvesterlauf des Segeberger Ruderclubs findet jedes Jahr am 31. Dezember statt und führt über eine Strecke von rund 7,5 Kilometern rund um den Großen Segeberger See. Die im Jahr 2000 ins Leben gerufene Veranstaltung steht ganz im Zeichen des guten Zwecks und des gemeinsamen Jahresausklangs – ohne Leistungsdruck und mit Freude an der Bewegung. Erstmals lud der Club am 31. Dezember 2000 zu dem Lauf ein. ohe