Trauer um Buche am Kastanienweg
Bad SegebergÜber viele Jahrzehnte hinweg stand eine Rotbuche vor dem Gebäude der ehemaligen Schule am Kastanienweg in Bad Segeberg. Nun ist der markante Baum gefällt worden. Mit Bestürzung reagierte Kerstin Griebel, ehemalige Konrektorin des Förderzentrums für Emotionale und Soziale Entwicklung, auf die Fällung. Gemeinsam mit Uwe Hengevoß pinnte sie eine Nachricht an den Baumstumpf: „Unser Freund, der Baum, ist tot. Wir sind sehr betroffen.“
„Im Zuge einer Baumkontrolle durch den Kreis Segeberg wurde ein starker Pilzbefall festgestellt. Wir wurden auf dringenden Handlungsbedarf hingewiesen, da die Wurzeln so stark befallen waren, dass der Baum jederzeit umzustürzen drohte. Die Fällung steht somit nicht im Zusammenhang mit baulichen Maßnahmen. Um die leider notwendige Fällung auszugleichen, haben wir uns verpflichtet, drei neue Bäume auf dem Gelände in Stipsdorf zu pflanzen. Der Auftrag dafür wurde bereits vergeben“, erklärt Kerstin Strathmann, Leiterin der Stabsstelle Unternehmenskommunikation des Grundstückseigentümers, der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie.
Sabrina Müller, Pressesprecherin des Kreises Segeberg, bestätigt diese Darstellung. „Die Standsicherheit der Buche war aufgrund eines umfassenden Befalls mit dem Riesenporling nicht mehr gegeben. Der Baum musste deshalb aus Gründen der Verkehrssicherung gefällt werden. Der Eingriff war unvermeidbar“, erklärt sie.
Der Riesenporling ist ein Wurzelparasit, der eine intensive Weißfäule verursacht. Ein Befall kann jahrelang unentdeckt bleiben – oft wird er erst erkannt, wenn sich die Fruchtkörper des Pilzes zeigen. Ein befallener Baum kann bei voll belaubter Krone ohne Vorwarnung zusammenbrechen. ohe