Storch-Dauerausstellung wird um zwei Bilder erweitert
Bad Segeberg. Die Bad Segebergerin Uta Riegel übergab den Stich „Blick vom Kastanienweg auf Altstadt mit Kalkberg“ an den Bad Segeberger Bürgermeister Toni Köppen mit den Worten: „Ganz bewusst trenne ich mich jetzt von diesem Bild und weiß, dass es hier in der Ausstellung besser aufgehoben ist und nicht nach meinem Tode entsorgt wird.“
Professor Karl Storch hatte dieses Motiv 1947 in Öl auf Sperrholz gemalt. 2014 erhielt die Stadt dieses Ölgemälde durch die Fielmann AG geschenkt. Gelang Professor Storch ein Ölbild besonders gut, fertigte er von dem Motiv einen Kupferstich an und verkaufte die signierten Drucke. So auch diese Ansicht, die er nach 1948 verkaufte. Über die Familie Heinrich und Peter Franck, die 1962 das Kaufhaus Greve in der Kirchstraße als Textilgeschäft weiterführten, kam die 83-Jährige in den Besitz dieses Stiches. Der wird jetzt in der Dauerausstellung gleich neben dem Ölgemälde seinen Platz finden.
„Bevor dieses Ölgemälde entsorgt wird, ist es hier in der Ausstellung besser aufgehoben“, meinte Bernd Marczinowski, als er das Bild an Toni Köppen übergab und es damit der Stadt schenkte. Bei der Haushaltsauflösung seines Schwagers in Wuppertal hing dieses Ölbild dort noch an der Wand. Professor Karl Storch hatte es 1945 hier in Bad Segeberg gemalt und zeigt einen heimkehrenden Soldaten mit einem Fahrrad, der sich mit zwei Frauen vor einem holsteinischen Bauernhaus unterhält. Bernd Marczinowski, der sich beruflich häufiger in Bad Segeberg aufhielt, kannte die Storch-Ausstellung im Rathaus. Da sich von den Erben niemand für dieses Bild interessierte, sagte sich der 75-Jährige: Dann gehört dieses Ölgemälde in die Storch-Ausstellung in Bad Segeberg. Karl Koseck, der Vater seines Schwagers, hatte dieses Bild von Karl Storch gekauft. Apotheker Koseck war 1945 nach Bad Segeberg gekommen und leitete die Apotheke des Kreiskrankenhauses und wohnte 1953 in der Karl-Storch-Straße 6. Nach Kosecks Tod nahm sein Sohn es mit nach Wuppertal.
Toni Köppen dankte den beiden Spendern für die Bilder, die eine Bereicherung der seit 2007 bestehenden Storch-Dauerausstellung mit rund 60 Ölgemälden und Kupferstichen sowie Buchillustrationen sind. Die Werke von Professor Storch sind im Historischen Rathaus der Stadt Bad Segeberg in der Lübecker Straße 9 während der Öffnungszeiten des Rathauses kostenlos zu sehen. pez