Stolpe macht es vor: Neues Baugebiet mit bis zu 58 Wohneinheiten Die Zukunft des Landlebens

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von Gerald Henseler

Stolpe macht es vor: Neues Baugebiet mit bis zu 58 Wohneinheiten Die Zukunft des Landlebens

Stolpe (ohe). Wenn eine Ministerin zum ersten Spatenstich für ein Baugebiet aufs Dorf kommt, dann ist das schon etwas Besonderes. In Stolpe griff Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack gemeinsam mit Bürgermeister Holger Bajorat, Dietrich von Hobe von der Landgesellschaft Schleswig-Holstein und Bauunternehmer Karsten Behrend zum Spaten. Auf dem Gelände des ehemaligen Kräuterparks entsteht hier ein neues Baugebiet mit 56 bis 58 Wohneinheiten.

Gleich in mehrerlei Hinsicht ist die neue Wohnsiedlung bemerkenswert. Denn Stolpe plant hier nicht die in Dorflagen übliche Einfamilienhaussiedlung. Zwei Mehrfamilienhäuser, Zweifamilien- und Reihenhäuser sind hier geplant. Auch als Mieter soll man sich im neuen Baugebiet demnächst niederlassen können. Die Nachfrage ist riesig. 250 Interessenten gibt es bereits. Bürger aus Stolpe oder mit Wurzeln in Stolpe haben als Käufer Vorrang. Bei so viel Nachfrage geht Bürgermeister Holger Bajorat noch weiter. Wer sich in der Gemeinde engagiert, rückt bei der Verteilung in der Rangliste nach oben.

Wie wichtig dieses Miteinander innerhalb des Ortes ist, zeigte sich auch bei der Umsetzung der Bebauungspläne. Auf dem Gelände des ehemaligen Kräuterparks gab es mehrere Teiche mit schützenswerten Amphibien. Gemeinsam packten die Stolper bei der Umsiedlung von Kammmolchen, Fröschen und Co an. „Acht Wochen lang haben  sich die Helfer jeden Morgen getroffen, um die Tiere umzusiedeln“, erzählt Holger Bajorat. Bio-Bauer  Matthias Stührwohld gab schweren Herzens ein Stück seines Landes ab und schaffte Ersatzteiche.

Einen ganz neuen Weg geht Stolpe bei der Energieversorgung. Das Neubaugebiet wird als erstes im Kreis Plön mit bidirektionaler kalten Nahwärme versorgt. „Die benötigt bis zu sechs Mal weniger Energieeinsatz als klassische Nahwärmenetze. Der Co2-Ausstoß ist gleich null“, erklärt Gerta Gerdes, die Geschäftsführerin von Hanse-Werk Natur. Ihr Unternehmen errichtet das Nahwärmeversorgungsnetz. Im Gegensatz zu klassischen Nahwärmenetzen, die mit Temperaturen zwischen 40 und 95 Grad arbeiten, herrschen im kalten Nahwärmenetz Vorlauftemperaturen von acht bis 15 Grad. Die Folge: Es treten nahezu keine Netzverluste auf. Im Sommer wird über den bidirektionalen Ansatz sogar zusätzliche Wärme gewonnen: Dann lassen sich Wohnräume über die Fußbodenheizung um wenige Grad herunterkühlen. die so entzogene Wärme wird im System wieder genutzt.

Die Gemeinde Stolpe hat sich früh für dieses System entschieden. Auf eigenes Risiko haben die Stolper eine Probebohrung durchgeführt. „19.000 Euro haben wir dafür eingesetzt“, erklärt Holger Bajorat. Er will das kalte Nahwärmenetz auf  das umliegende Gebiet ausweiten. Im Umkreis von 150 Metern sollen Eigenheimbesitzer die Gelegenheit bekommen, ebenfalls die Nahwärmeversorgung zu nutzen.

Für das Wohngebiet Kräuterpark bohrt HanseWerk 22 Erdsonden, die bis in 130 Meter Tiefe führen. Für die umliegenden Häuser sind weitere Bohrungen nötig.


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