Sterbeamme begleitet Menschen auf ihrem letzten Weg
FredesdorfWenn das Leben zu Ende geht, stehen Betroffene und ihre Angehörigen oft vor vielen Fragen und großen Herausforderungen. Kirsten Dorfmüller aus Fredesdorf möchte Menschen in dieser besonderen Lebensphase begleiten. Als ausgebildete Sterbeamme versteht sie ihre Arbeit als Ergänzung zu Ärzten, Pflegediensten und ambulanten Hospizdiensten.
„Wenn ein Mensch sich dem Lebensende nähert, geht es oft um weit mehr als um medizinische Versorgung“, sagt Kirsten Dorfmüller. Viele Menschen wünschten sich in dieser Zeit jemanden, der zuhört, Zeit hat und Sicherheit vermittelt. Genau darin sieht sie ihre Aufgabe.
Die Sterbeamme übernimmt keine medizinischen oder pflegerischen Tätigkeiten. Stattdessen begleitet sie Sterbende und ihre Familien emotional, organisatorisch und praktisch. In Gesprächen haben Ängste, Wut, Hoffnungen und offene Fragen ebenso ihren Platz wie der Wunsch, über das Sterben zu sprechen. Kirsten Dorfmüller bereitet Angehörige auf Veränderungen in der Sterbephase vor, unterstützt bei der Gestaltung persönlicher Abschiedsrituale oder Erinnerungsstücke und begleitet Menschen in den letzten Wochen, Tagen oder Stunden ihres Lebens.
„Manchmal braucht es keine großen Worte, sondern nur einen Menschen, der still begleitet“, beschreibt sie ihre Arbeit.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Entlastung der Angehörigen. Viele wollten ihre nahestehenden Menschen zu Hause begleiten, stießen dabei jedoch an ihre körperlichen und seelischen Grenzen. Kirsten Dorfmüller bietet deshalb auch Sitzwachen an. Während sie beim sterbenden Menschen bleibt, können Angehörige schlafen, Besorgungen erledigen oder neue Kraft schöpfen.
Jede Begleitung gestaltet sie individuell. Manche Menschen wünschen sich nur wenige Gespräche, andere eine intensive Begleitung über Wochen oder Monate. „Ich bin überzeugt, dass niemand den letzten Abschnitt seines Lebens allein gehen sollte“, sagt Kirsten Dorfmüller. Eine bewusste Vorbereitung auf das Sterben und den Abschied könne Sicherheit geben und für alle Beteiligten heilsam sein.
Den Vergleich zur Geburt zieht sie bewusst: „Wenn wir auf die Welt kommen, begleitet uns in der Regel eine Hebamme. Warum sollte man nicht auch eine Sterbeamme in Anspruch nehmen, wenn die Zeichen auf Abschied stehen?“ Ihr Anliegen sei es, Menschen mit Ruhe, Respekt und Menschlichkeit zu begleiten. „Ein würdevoller Abschied bedeutet nicht nur, gut versorgt zu sein, sondern auch, gesehen, gehört und getragen zu werden.“
Ihre Ausbildung absolvierte Kirsten Dorfmüller über zwei Jahre an der Sterbeammen- und Sterbegefährten-Akademie von Claudia Cardinal in Hamburg. Die Ausbildung ist nach ISO 9001 zertifiziert.
Die Leistungen einer Sterbeamme werden derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und müssen privat finanziert werden. Kirsten Dorfmüller betont jedoch, dass sich in der Regel individuelle Lösungen finden lassen.
Kontakt: Kirsten Dorfmüller, Telefon 0163/9182980, E-Mail: sterbeamme@gmx.de, Internet: www.sterbeamme-lebenswegbegleitung.de. ohe