Schlamersdorfer Marktplatz verliert mehr und mehr seinen Baumbestand

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von Gerald Henseler

Schlamersdorfer Marktplatz verliert mehr und mehr seinen Baumbestand

Zwei erkrankte Kastanien auf dem Schlamersdorfer Marktplatz mussten gefällt werden. Erst wenn alle Bäume gefallen sind, soll der Platz neu mit Ulmen bepflanzt werden. Foto: ohe

Schlamersdorf (ohe). Gut 40 Kastanienbäume rahmten einst den Dorfplatz in Schlamersdorf. Die Hälfte von ihnen ist bereits gefallen. In dieser Woche fällten Garten- und Landschaftsbauer zwei weitere Kastanien. „Alle Kastanien sind erkrankt“, erklärt Philipp Frank, Seedorfs Bürgermeister. Jedes Jahr schauen sich Gutachter die verbliebenen Bäume an. Die beiden gefällten Bäume waren so stark von Kernfäule betroffen, dass sie entfernt werden mussten, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Kranke Bäume müssen gefällt werden. Das sieht auch Anwohner Jochen Meißner so. Doch der immer kahler werdende Platz im Dorfzentrum ist ihm ein Dorn im Auge. „Unser Marktplatz steht unter Denkmalschutz. Touristen kommen hier her, um sich den Platz mit seinem Baumbestand anzuschauen“, sagt Meißner. Doch seine ursprüngliche Schönheit büßt der Dorfanger immer mehr ein. Meißner wünscht sich, dass der Baumbestand wieder aufgefüllt wird.

Der Denkmalschutz erstreckt sich auf den gesamten Platz mit Doppeleiche und Rosskastanienkranz. Veränderungen an dem Kulturdenkmal bedürfen der Genehmigung der unteren Denkmalschutzbehörde.  Von der Nachpflanzung junger Kastanien neben den erkrankten Bäumen raten Experten ab. Zu schnell würden auch sie erkranken. Der Kreis Segeberg hat ein Replantierungskonzept erstellt. Es sieht vor, an Stelle der Kastanien Resista-Ulmen zu pflanzen. Das soll in einem Zug erfolgen, damit die Bäume auf dem Platz wieder ein einheitliches Bild abgeben.

„Unsere Gemeinde hat viele schützenswerte Bäume“, erklärt Bürgermeister Philipp Frank.  Allein für die Baumschnittarbeiten in der Hornsdorfer Allee hat die Gemeinde in diesem Jahr schon 20.000 Euro zahlen müssen. Die Kosten für eine komplette Neubepflanzung des Schlamersdorfer Marktplatzes sowie die Fällarbeiten würden laut Schätzung von Frank „deutlich im sechsstelligen Bereich“ liegen. Das kann sich die Gemeinde zur Zeit nicht leisten.

Nach und nach Bäume nachzupflanzen, hält Frank nicht für den richtigen Weg. Er wünscht sich, dass der Marktplatz in Zukunft wieder ein schönes Gesamtbild abgibt. Ein Mix von verschiedenen Baumgrößen kommt für ihn daher nicht in Frage.

Frank schätzt, dass in fünf bis zehn Jahren alle Bäume auf dem Marktplatz gefällt werden müssen. Dann sollen Ulmen gepflanzt werden.


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