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von Dirk Marquardt

Rotary Club Segeberg bringt Hilfe direkt in die Ukraine

Drei Männer vor einem Feuerwehrfahrzeug bei der Schlüsselübergabe

Hartenholm. Das ausgemusterte Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 der Freiwilligen Feuerwehr Hartenholm erhält eine neue Aufgabe: Statt verschrottet zu werden, geht das Fahrzeug in die Ukraine. Hans-Peter Goldnick und Gerd Kieckbusch vom Rotary Club Segeberg nahmen das Löschfahrzeug jetzt stellvertretend für die Hilfsinitiative entgegen, die Goldnick im Frühjahr 2024 ins Leben gerufen hat. Der Kreis Segeberg machte die Fahrzeugspende finanziell möglich.
Auslöser für Goldnicks Engagement war ein Podcast über einen Berliner Unternehmer, der gebrauchte Krankenwagen für die Ukraine beschaffte. Daraufhin entschloss er sich, selbst aktiv zu werden. „Zusehen reicht nicht“, beschreibt er seine Motivation. Für ihn verteidigen die Menschen in der Ukraine nicht nur ihre eigene Freiheit, sondern auch die des westlichen Europas.
Was mit einzelnen Fahrzeugen begann, entwickelte sich inzwischen zu einer umfangreichen Hilfsaktion. Nach Angaben Goldnicks brachte die Initiative bereits Hilfsgüter im Wert von rund 400.000 bis 500.000 Euro in die Ukraine. Dazu zählen Feuerwehrfahrzeuge, Krankenwagen, Einsatzfahrzeuge, Generatoren, Medikamente, Seniorenwindeln sowie weitere dringend benötigte Sachspenden.
Die Fahrzeuge werden zunächst nach Lemberg zum Partnerclub Rotary Club Lviv International gebracht. Von dort übernehmen ukrainische Hilfsorganisationen die Verteilung bis in besonders stark betroffene Regionen. Goldnick und seine Mitstreiter fahren die Fahrzeuge selbst in die Ukraine. Im Oktober ist bereits der nächste Transport geplant. Dann sollen insgesamt acht Fahrzeuge übergeben werden.
Neben dem Rotary Club Segeberg beteiligen sich mittlerweile weitere Serviceclubs aus der Region an der Aktion. Auch Lions Clubs, der Round Table sowie Unterstützer aus Neumünster und Bad Oldesloe helfen mit Geld-, Sach- und Fahrzeugspenden. Finanziert wird die gesamte Hilfe ausschließlich durch Spenden.
Besonders gefragt sind derzeit Generatoren, medizinische Hilfsgüter und Seniorenwindeln. Für den Transport weiterer Sachspenden organisiert der Rotary Club regelmäßig Lastwagenfahrten. Anfang September soll erneut ein großer Lkw mit Hilfsgütern nach Lemberg aufbrechen.
Goldnick berichtet, dass die Spendenbereitschaft seit Beginn des Krieges zwar zurückgegangen sei. Dennoch erfahre die Initiative weiterhin große Unterstützung. Entscheidend sei, die Öffentlichkeit über die Hilfsarbeit zu informieren. „Wir brauchen Menschen, die sagen: Das ist richtig und das unterstütze ich“, sagt er.
Die Begegnungen in der Ukraine bestärken ihn immer wieder in seinem Engagement. Die Dankbarkeit der Menschen bei den Fahrzeugübergaben sei überwältigend. „Da stehen gestandene Männer und weinen vor Freude und Dankbarkeit“, erzählt Goldnick. Diese Erlebnisse seien für ihn Ansporn, die Hilfe fortzusetzen.
Wer die Ukraine-Hilfe des Rotary Clubs Segeberg unterstützen möchte, kann Geld- oder Sachspenden zur Verfügung stellen. Besonders benötigt werden gebrauchte Generatoren, Powerbanks sowie medizinische Hilfsgüter. Ansprechpartner ist Hans-Peter Goldnick (Telefon: 01 63 / 7 44 06 60). ohe