Replik der Gönnebeker Goldschale für die Bornhöveder Ole Rökerkaat

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von Gerald Henseler

Replik der Gönnebeker Goldschale für die Bornhöveder Ole Rökerkaat

Die Replik der Gönnebeker Goldschale im Profil und mit Blick auf die verzierte Unterseite.

Bornhöved (em). Der Moment hatte schon etwas Besonderes, als im Heimatmuseum De ole Rökerkaat ein Stück roten Tuchs gelüftet wurde: Vom Tisch in der Mitte des sogenannten Bürgermeisterzimmers glänzte eine originalgetreue Replik der berühmten Gönnebeker Goldschale und brachte die Augen der Umstehenden zum Leuchten. Erneut war es der Fielmann AG und ihrem Historikerteam gelungen, das Bornhöveder Museum mit einem besonderen Ausstellungsstück aufzuwerten.

Nach Ankäufen schon einiger Gegenstände, darunter Werke des Heimatmalers Helmut Albrecht, hatten sich Jürgen Ostwald und seine Nachfolgerin in der Museumsförderung der Fielmann AG, Dr. Constanze Köster, nun der Gönnebeker Goldschale zugewandt, deren Original im Landesmuseum Schloss Gottorf zu bewundern ist. „Dies ist ein ganz besonderes Stück, sein Wert liegt nicht im Material, sondern in der handwerklichen Arbeit, denn die ist, zumindest was das Äußerliche der Schale angeht, in einer Goldschmiedewerkstatt eins zu eins kopiert worden“, so Jürgen Ostwald. Es handelt sich also nicht um wirkliches Gold, was da künftig im vom Ortsverein Bornhöved im Schleswig-Holsteinischen Heimatbund (SHHB) betreuten Museum bestaunt werden kann.

Dessen Leiter, Norbert von der Stein, und weitere Vorstandsmitglieder des Ortsvereins, waren aber nicht die ersten Adressaten der Fielmann AG, für die Gunna Plagmann, stellvertretende Filialleiterin in Neumünster, das gülden scheinende Kunstwerk zunächst an Bornhöveds Bürgermeister Hans-Georg Kruse überreichte, denn die Gemeinde inventarisiert alle Ausstellungsstücke, die aber dem Heimatbund zur treuen Verwahrung und öffentlichen Präsentation übergeben werden. Und so war es nur eine lockere Drehbewegung Kruses, der die Schale kurzerhand an von der Stein weiterreichte.

Als Zeugen fungierten dabei unter anderem Prof. Dr. Holger Gerth, SHHB-Vizepräsident, Johanna Kegel-Maier als stellvertretende Leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes Bornhöved, deren Mutter Helga Hauschildt sich sehr für die Lokalgeschichte eingesetzt hatte, sowie Gönnebeks Bürgermeister Knut Hamann. Der brachte beim anschließenden Beisammensein im Café Elend historisches Wissen zum Besten, schließlich ist die Goldschale, von der ein weiteres Duplikat, wenn auch nicht so kunstvoll gestaltet, im Segeberger Kreishaus zu sehen ist, nicht umsonst nach seiner Gemeinde benannt.

„Gefunden wurde die Goldschale 1884 von Professor Adolf Pansch bei Grabungen in unserer Gemarkung, die damals über zahlreiche Hügelgräber verfügte. Der noch heute Schwarzer Berg genannte Grabhügel enthielt die bronzezeitliche Goldschale, die mittlerweile auch unser Gemeindewappen ziert“, schilderte Hamann nicht ohne Stolz. Dass die Replik nun im Heimatmuseum in Bornhöved ausgestellt werde, sei mindestens damit zu begründen, dass der SHHB-Ortsverein ein „und Umgebung“ im Namen führe, ergänzte sein Amtskollege Kruse. „Da gehört Gönnebek mit dazu.“

Vor 25 Jahren begann die Fielmann AG, damals noch getragen von Günther Fielmann, mit der Förderung von regionalen Sammlungen und Museen. Dessen Sohn und jetziger Vorstand Marc Fielmann setze das Engagement fort, so Constanze Köster. „Und das breit gefächert, mit leichtem Schwerpunkt in Norddeutschland“, verriet sie. 100 Häuser in Schleswig-Holstein und 250 in Deutschland hätten vom Wirken der Kunsthistoriker der Fielmann AG schon profitiert, die sich großzügig zeigt in der Finanzierung von Ankauf, Restaurierung und auch Digitalisierung historischer Schätze, die vornehmlich den kleinen Museen, Sammlungen, Archiven und Bibliotheken als Schenkungen verfügbar gemacht werden.

„Wir scannen den Markt, ob irgendwo etwas angeboten wird, das einen Bezug zu den uns bekannten Häusern hat“, so Kunsthistorikerin Köster. Man sei aber auch offen für Hinweise, die an das Unternehmen herangetragen werden. Wichtig sei, Historisches in der dazugehörigen Region offen zugängig zu machen. „Mit Ihrem früheren Vorsitzenden Harald Timmermann, später Herbert Zeretzke und nun mit Ihnen, haben wir ja stets feste Ansprechpartner in Bornhöved“, wandte sich Jürgen Ostwald dem SHHB-Ortsvereinsvorsitzenden Dietrich Schwarz zu, der sich freut, zwar nun keinen Goldschatz im Museum zu präsentieren, dafür aber ein wunderschönes Zeugnis einer längst vergangenen Zeit.

Streit unter den Gemeinden Gönnebek und Bornhöved um das gute Stück kam übrigens nicht auf, wenngleich Knut Hamann durchaus Interesse an einer Replik auch für seine Gemeinde zeigte. „Das wäre für Uns Dörphus natürlich ebenfalls ein toller Hingucker“, so der Bürgermeister. „Darüber können wir uns gern einmal gesondert austauschen“, zeigte sich Constanze Köster aufgeschlossen.


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