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von Gerald Henseler

Reparieren statt wegwerfen

Wahlstedt Defekte Toaster, Kaffeemaschinen oder Radios müssen künftig nicht mehr gleich im Elektroschrott landen. Ab Oktober soll im Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde in Wahlstedt der neue GeMEINSAMkeiten-Reparatur-Treffstarten. Einmal im Monat helfen dort Ehrenamtliche dabei, Haushaltskleingeräte und kleinere digitale Geräte gemeinsam zu prüfen und – wenn möglich – wieder instand zu setzen.
Initiator des Projekts ist Lothar Grabnitzki vom AWO-Ortsverein Bad Segeberg, Wahlstedt und Umgebung. Für ihn geht es dabei um weit mehr als nur um Reparaturen. „Wir wollen Menschen zusammenbringen, Wissen teilen und gemeinsam reparieren“, beschreibt er das Ziel. Nachhaltigkeit, Hilfe zur Selbsthilfe und Begegnung sollen dabei Hand in Hand gehen.
Die Idee entstand aus Grabnitzkis langjährigem Engagement gegen Einsamkeit. In den vergangenen Monaten hat er in Wahlstedt bereits verschiedene offene Angebote wie Spaziergänge, Spieleabende, Smartphone-Sprechstunden und Feierabendtreffs aufgebaut. Die Resonanz sei ermutigend. „Man muss einfach anfangen. Wenn Menschen zusammenkommen, entstehen neue Kontakte ganz von selbst“, sagt er.
Der Reparatur-Treff soll diese Entwicklung fortsetzen. Während Fachleute die Geräte untersuchen, können Besucher bei Kaffee und Gebäck miteinander ins Gespräch kommen. „Es darf auch jemand vorbeikommen, der gar nichts zu reparieren hat, sondern einfach klönen möchte“, betont Grabnitzki. So soll ein weiterer offener Treffpunkt für alle Generationen entstehen.
Unterstützt wird das Projekt von der evangelischen Kirchengemeinde, die die Räume kostenlos zur Verfügung stellt. Träger ist der AWO-Ortsverein, der die Organisation übernimmt und für den Versicherungsschutz der ehrenamtlichen Helfer sorgt.
Für den technischen Bereich gewann Lothar Grabnitzki Alfred Kammann aus Wahlstedt. Er übernimmt die sicherheitstechnische Prüfung der Geräte. Denn jedes Elektrogerät wird sowohl vor als auch nach einer Reparatur nach den geltenden Sicherheitsvorschriften überprüft. Repariert werden ausschließlich Haushaltskleingeräte und kleinere Elektrogeräte. Waschmaschinen oder andere Großgeräte gehören nicht zum Angebot.
Erste Unterstützung erhielt die Initiative bereits von Pirko Kathrin Dolinski aus Bad Segeberg. Nach dem Tod ihres Mannes Wilfried Dolinski, der als Elektriker bei der Firma Harm in Wahlstedttätig war, überließ sie dem Projekt zahlreiche Werkzeuge und Verbrauchsmaterialien aus seiner Werkstatt. Darüber hinaus möchte sie sich künftig selbst ehrenamtlich im Reparatur-Treff engagieren und den Empfang der Besucher sowie die Organisation übernehmen.
Trotz dieser Hilfe fehlt noch wichtige Ausstattung. Benötigt werden unter anderem Spezialwerkzeuge, Mess- und Prüfgeräte sowie ein Werkstattwagen. Insgesamt rechnet die Initiative mit einem Finanzbedarf von rund 2.200 Euro.
Deshalb sucht der Reparatur-Treff weitere Sponsoren, Spender und Ehrenamtliche. Besonders Fachkräfte aus den Bereichen Elektrik, Elektronik oder Feinmechanik sind willkommen. Aber auch Helfer für Organisation, Empfang oder die Bewirtung werden benötigt.
Wer das Projekt unterstützen möchte, kann über das Spendenkonto des AWO-Ortsvereins oder über die Plattform WirWunder der Sparkasse Südholstein spenden. Bis zum 15. September verdoppelt die Sparkasse dort Einzelspenden zwischen einem und 100 Euro.
Für Grabnitzki steht fest, dass der Reparatur-Treff dauerhaft zum gesellschaftlichen Leben in Wahlstedt gehören soll. „Jedes reparierte Gerät spart Ressourcen. Und jede Begegnung hilft dabei, Menschen aus der Isolation zu holen. Genau darum geht es uns.“ Lothar Grabnitzki ist unter der Rufnummer 0170 / 235 39 21 zu erreichen. ohe