Neue Kiesbänke für die Bachforelle
Tensfeld. Um den Bestand der wild vorkommenden Bachforelle in der Tensfelder Au zu sichern, engagiert sich Dirk Henschel aus Stocksee seit Jahren für die Verbesserung der natürlichen Laichplätze. „In den vergangenen zehn Jahren ist der Bestand deutlich eingebrochen und geht gegen null“, sagt der erfahrene Angler und Jäger. Als Ursachen sieht er unter anderem die zunehmende Zahl natürlicher Fressfeinde wie Kormorane und Fischotter sowie Umwelteinflüsse. Die Bachforelle selbst wird in der Tensfelder Au bereits seit Jahren nicht mehr beangelt.
In enger Absprache mit Günter Kannecht, Geschäftsführer des Gewässerpflegeverbands Tensfelder Au – Schmalensee, kümmert sich Henschel um die historischen Laichhabitate des Fisches. Bereits in den 1990er-Jahren hatte es Biotopverbesserungen an der Au gegeben. Nach Maßnahmen in den Jahren 2020 und 2023 wurde jetzt erneut an mehreren Stellen Kies eingebracht und das Laichbett erweitert. Insgesamt wurden 60 bis 80 Tonnen Kies aufgeschüttet.
Für die Bachforelle sind gut durchströmte Kiesflächen lebenswichtig. Im November legt das Weibchen seine Eier, den Rogen, in selbst geschaffene Laichgruben. Ist das Kiesbett durch feines Material verbacken, kann es für die Fische schwierig werden, geeignete Laichgruben anzulegen.
Unterstützt wurde die aktuelle Maßnahme vom Kieswerk Fischer aus Tensfeld, das den benötigten Kies einschließlich Lieferung spendete und dem Lohnunternehmen Orthmann aus Damsdorf beim Transport. Bei den vorherigen Aktionen hatte das Kieswerk Heidelberger das Material zur Verfügung gestellt.
Mit einem Bagger des Unternehmens Kristian Draeger aus Kükels wurde der Kies vom Gespann geladen, ins Gewässer eingebracht und dort verteilt. Auch die Untere Wasserbehörde vom Kreis Segeberg, vertreten durch Ingenieur für Wasserwirtschaft, Dennis Steinmeyer, unterstützt die Arbeiten, bei denen Kosten im Wert von 600 Euro anfallen.
Von den neuen Kiesflächen profitiert neben der standorttreuen Bachforelle auch die größere Seeforelle. Sie zieht vom Plöner See rund fünf Kilometer flussaufwärts in die Tensfelder Au, um dort zu laichen und kehrt anschließend in den See mit seinem besseren Nahrungsangebot zurück.
Dirk Henschel möchte sich ausdrücklich bei allen Unterstützern für ihr Engagement zum Wohle der Bachforelle und den Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume bedanken. kf