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von Gerald Henseler

Nehms feiert zwei Tage lang Jubiläum

Drei Menschen sitzen auf einem Steg am See.
Bürgermeister Jan Lawerentz (re.) sein Stellvertreter Carsten Hansen und die zweite Stellvertreterin Ursel Hahne danken den vielen Helfern und Unterstützern.Fotos: Kracht

Bad Segeberg (ohe). 300 Gäste haben sich bereits zur offiziellen Geburtstagsfeier der Gemeinde Nehms angemeldet. Am Freitag, 5. September, beginnt das Fest um 17 Uhr an der Badestelle am Nehmser See. Bürgermeister Jan Lawerentz eröffnet die Feier um 17.30 Uhr. In seiner Rede blickt er zurück und richtet zugleich den Blick nach vorn. Ihm folgt Arne Jung als zweiter Redner. Auch der Wehrführer zieht Bilanz.

Am Buffet haben die Gäste ab 18.30 Uhr Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Anschließend spielt das Symphonische Orchester Plön. Gegen 20.30 Uhr endet der erste Festtag mit einem Feuerwerk über dem See. Bei Regenwetter wird die Veranstaltung ins Festzelt am Gemeindehaus verlegt. Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung beim Kulturausschuss der Gemeinde möglich.

Am Sonnabend, 6. September, geht das Fest auf dem Sportplatz ab 12 Uhr weiter. Dort können Jung und Alt mit dem Jumper Riesensprünge wagen oder mithilfe einer VR-Brille in virtuelle Welten eintauchen. Weitere Attraktionen sind Bogenschießen, Ponyreiten, eine Hüpfburg und eine Riesenrutsche. Der Angelverein bietet Räucherfisch an. Im Festzelt gibt es Kaffee und Kuchen sowie Spezialitäten vom Grill. Von 12 bis 17 Uhr ist der Hornbrooker Hof als Nehmser Betrieb mit seinem unverkennbaren Erdbeerverkaufsstand auf dem Festplatz vertreten. Gäste können hier auch nach der Erdbeersaison noch die Süße der Früchte genießen. „Wir schenken unsere leckeren, selbst erzeugten Smoothies aus“, erklärt Marion Sand, die Assistentin der Geschäftsführung. Den Erlös stiftet der Hornbrooker Hof der Freiwilligen Feuerwehr Nehms. Ab 20 Uhr sorgt DJ Jan Gabriel für Tanzstimmung. Zu diesem Fest sind alle herzlich willkommen.

Begonnen haben die Feierlichkeiten bereits am 1. Juni. Pastor Dieter Kuchenbecker eröffnete das Jubiläumsjahr mit einem gut besuchten Gottesdienst auf dem Sportplatz.

Vor 800 Jahren wurde Nehms erstmals erwähnt

Foto einer historischen Urkunde zur Gründung der Gemeinde Nehms.
In dieser Urkunde wird Nehms (Nemizze) erstmals erwähnt. Der Lübecker Bischof Berthold bestätigt die Übertragungen der Besitzungen an den Schlamersdorfer Pfarrer Otto. Foto: hfr

D

ie Gemeinde Nehms im Kreis Segeberg blickt auf eine rund achthundertjährige Geschichte zurück. Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1225. Der Name leitet sich vermutlich vom altslawischen „nemz“ ab, was so viel wie „die Stummen“ oder „die Fremden“ bedeutet und auf die slawischen Wurzeln des Ortes hinweist.

Im Mittelalter war das Dorf durch Landwirtschaft geprägt, vor allem durch Ackerbau und Viehzucht. Die Höfe lagen in typischer Streulage rund um das Dorfzentrum. Das Gut Wensin, zu dem Nehms gehörte, bestimmte lange Zeit die Entwicklung. Bauern waren über Jahrhunderte in Fronpflichten eingebunden.

Mit der Ablösung der feudalen Bindungen im 19. Jahrhundert wandelte sich die Gemeinde. Aus den Bauern wurden freie Eigentümer, die Landwirtschaft modernisierte sich. Schulen, Dorfhandwerk und erste Vereine trugen zum Gemeinschaftsleben bei.

Kriege, Inflation und wirtschaftliche Umbrüche des 20. Jahrhunderts gingen auch an Nehms nicht vorbei. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden Flüchtlinge und Vertriebene hier eine neue Heimat, was die Einwohnerzahl stark anwachsen ließ.

Heute ist Nehms ein ländlich geprägtes Dorf inmitten der Holsteinischen Schweiz, umgeben von Seen, Wäldern und Feldern. Die Gemeinde pflegt Traditionen, setzt auf ehrenamtliches Engagement und hat sich den Charakter eines lebendigen Dorfes bewahrt. Das 800-jährige Bestehen wird zum Anlass genommen, Vergangenheit und Gegenwart zu verbinden und die Entwicklung des Ortes zu würdigen.