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von Gerald Henseler

Naturschutzverein verbessert die Jungwildrettung

Ruhwinkel Helena hatte keine Chance, sich im hohen Gras der Wiese zu verstecken. Mit bloßem Auge war das fünfjährige Mädchen zwar nicht zu erkennen – doch die neue Drohnenkamera des Naturschutzvereins Ruhwinkel spürte sie schnell auf.
Vor vier Jahren begann der Verein mit der Jungwildrettung per Drohne. Im vergangenen Jahr waren die Helfer an 30 Tagen im Einsatz. Sie suchten 203 Felder von 28 Landwirten in Bornhöved, Ruhwinkel, Schmalensee, Stolpe und Wankendorf ab. Insgesamt umfasste die kontrollierte Fläche 771 Hektar.
Dabei entdeckten die Teams 99 Rehkitze und sicherten 61 Tiere in Körben. Im Juni waren viele Kitze bereits mobil genug, um zu entkommen; sie wurden jedoch aufgescheucht, sodass die Landwirte rechtzeitig informiert werden konnte. Zusätzlich retteten die Helfer drei Junghasen, ein Entengelege sowie erstmals ein Damkalb. Auch Fasanen- und Rebhuhnküken wurden gefunden.
Insgesamt 28 Ehrenamtliche unterstützten die Einsätze. An einzelnen Tagen ermöglichten mehrere Drohnenteams eine parallele Suche auf großen Flächen. Die Zusammenarbeit mit Landwirten und Jägern verlief eng und zuverlässig. Mehrere Betriebe stellten Verpflegung bereit, die Jägerschaft aus Stolpe lud die Helfer zu einem gemeinsamen Grillabend ein. „Alle Helferinnen und Helfer sind äußerst engagiert. Sie stehen bereits um 4 oder 5 Uhr morgens auf dem Feld und gehen anschließend ihrer regulären Arbeit nach“, lobt Dr. Holger Gerth den Einsatz. Kitzrettungen müssen in den frühen Morgenstunden stattfinden: „Ab 8 Uhr zeigt uns die Wärmebildkamera jeden Maulwurfhügel an“, erklärt Gerth.
Dank der Unterstützung der VR-Bank Zwischen den Meeren, der Marius Böger Stiftung sowie zahlreicher Landwirte konnte der Verein nun eine neue, leistungsfähigere Drohne anschaffen. „Für unsere alte Drohne war es zunehmend schwierig, Ersatzteile zu beschaffen“, berichtet Dr. Holger Gerth, Vorsitzender des Naturschutzvereins Ruhwinkel. Die neue Technik ermöglicht es, Rehkitze noch aus 70 Metern Höhe mithilfe der Wärmebildkamera zu erkennen. Drohnenpilot Heino Müller hat rund 250 Felder im System gespeichert, die die Drohne automatisch abfliegt. Erkennt sie ein Tier, setzt er einen GPS-Punkt. Die Helfer machen sich dann sofort auf den Weg, sichern die jungen Rehe mit einem Korb, markieren die Fundstelle und lassen die Kitze anschließend auf dem Feld zurück. Beobachtungen zeigen, dass die Muttertiere ihre Jungen nach der Mahd problemlos wiederfinden und annehmen.
Der Naturschutzverein nutzt die Drohne auch für die Inaugenscheinnahme des 43 Hektar großen Naturschutzgebietes rund um den Fuhlensee. Die Naturschützer dokumentieren die Verschilfungs- und Verlandungsprozesse des Gewässers.
ohe