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von Gerald Henseler

Nach Förderstopp: pro familia sucht dringend Spender

Frau in blauem Hemd sitzt vor einem Regal mit Büchern.

Bad Segeberg Der Beratungsstelle von pro familia in Bad Segeberg sind die Mittel für die Kostenübernahme von Verhütungsmitteln ausgegangen. Bis Ende vergangenen Jahres unterstützte der Kreis Segeberg die Finanzierung für einkommensschwache Menschen mit jährlich 40.000 Euro. Diese Förderung wurde inzwischen eingestellt.
Die Beratungsstelle von pro familia versucht dennoch, Betroffenen weiterhin zu helfen. Dank einer Spende können Antragstellerinnen und Antragsteller aus den Ämtern Trave-Land und Leezen sowie aus der Stadt Wahlstedt weiterhin unterstützt werden. Die Stadt Bad Segeberg hat zudem beschlossen, die Kosten für ihre Einwohnerinnen und Einwohner zu übernehmen.
Wie die neue Regelung im Detail umgesetzt wird, weiß Karen Callsen, Leiterin der Beratungsstelle, derzeit noch nicht. „Auf jeden Fall wird es komplizierter und mit mehr Verwaltungsaufwand verbunden sein“, sagt sie. Um auch künftig allen einkommensschwachen Menschen helfen zu können, möchte Callsen örtliche Service-Clubs um Unterstützung bitten. „Wir suchen dringend Spender“, betont sie.
Bislang konnten Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger nach einer Prüfung eine Kostenübernahme für Verhütungsmittel erhalten. Dabei wurden weder Kondome noch in der Regel die Antibabypille finanziert. Meist übernahm pro familia die Kosten – bis zu einem festgelegten Höchstbetrag – für eine Spirale oder eine Vasektomie. Je nach Art der Spirale und dem behandelnden Arzt liegen die Kosten zwischen 150 und 1.000 Euro, erklärt Karen Callsen.
Sie befürchtet, dass viele ihrer Klientinnen und Klienten künftig auf weniger zuverlässige Verhütungsmethoden zurückgreifen werden. „Es wird mehr ungewollte Schwangerschaften geben“, glaubt Callsen.
Unter dem Strich könnten dadurch sogar höhere Kosten für die Allgemeinheit entstehen. Denn bei geringem Einkommen oder dem Bezug von Sozialleistungen müssen die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch in Deutschland nicht selbst getragen werden. Diese werden vom Land übernommen.
Im vergangenen Jahr bewilligte pro familia im Kreis Segeberg 207 Anträge auf Kostenübernahme von Verhütungsmitteln.
Karen Callsen empfiehlt einkommensschwachen Menschen weiterhin, entsprechende Anträge zu stellen.
Termine für eine Beratung vergibt pro familia unter der Telefonnummer 04551 / 94891 oder per E-Mail an bad-segeberg@ profamilia.de. Anträge können außerdem online über die Website von pro familia gestellt werden.  ohe