Revolver, Rösser und große Rollen – Auftakt am Kalkberg
Bad Segeberg High Noon am Kalkberg: Das Tor zum Indian Village öffnet sich, und Florian Fitz reitet als brutaler Bergwerksbesitzer Roulin auf seinem Schimmel ein. Ganz in Schwarz gekleidet, mit tief ins Gesicht gezogenem Westernhut, bietet er das Bild des klassischen Karl-May-Schurken. „Genau so stellt man sich einen Karl-May-Bösewicht vor“, sagt Ute Thienel schmunzelnd. Mit einem Augenzwinkern empfängt sie den Gaststar der Karl-May-Spiele und überreicht ihm einen glänzenden Revolver – ein Requisit, das Roulin in der kommenden Saison am Kalkberg noch gut gebrauchen wird.
Auch Heinrich Schaffmeister sorgt für einen eindrucksvollen Auftritt. Beinahe hätte er seinen ersten Einsatz als Sir John Raffley verpasst: Aufgeregt eilt er im Laufschritt einer Kutsche hinterher. „Excuse me, Sir, aber Sie haben etwas vergessen: mich!“, ruft er dem Gefährt nach. „Das ist schon ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns im Sommer erwartet“, erklärt Ute Thienel. Tatsächlich betritt mit Sir John Raffley erstmals diese Figur die Bühne der Karl-May-Spiele – obwohl der britische Aristokrat bereits aus der Feder Karl Mays stammt. „Du machst aus jeder Rolle etwas Besonderes“, lobt die Geschäftsführerin und schenkt dem Schauspieler symbolisch eine Pfeife für seine Auftritte.
Einen glanzvollen Auftritt legt auch Isabell Varell hin. Dass sie erst vor wenigen Monaten mit dem Reiten begonnen hat, ist kaum zu glauben. Im prächtigen schwarz-roten Kleid reitet sie als Señorita Miranda souverän durch die Reihen der Journalisten. Ute Thienel überrascht sie mit einem Tamburin – nicht ohne Grund: „Wir brauchen eine Schauspielerin, die singen und tanzen kann.“ Für Thienel ist Varell die Idealbesetzung der weiblichen Hauptrolle.
Die Vorfreude auf den Sommer ist bei allen drei Gaststars spürbar. „Die Arbeit mit Pferden hat etwas Therapeutisches und Bewusstseinserweiterndes“, schwärmt Florian Fitz. Auch Isabell Varell hat ihre Leidenschaft für das Reiten entdeckt: „Es ist wie ein Geschenk – und auf dieses Geschenk möchte ich nicht verzichten.“ Heinrich Schaffmeister hingegen sieht die Sache pragmatischer. „Schleswig-Holstein war immer unser Urlaubsland“, erzählt er. „Und Bad Segeberg ist das Abenteuer, auf das ich schon lange gewartet habe.“
Die Proben für die Inszenierung „Im Tal des Todes“ beginnen am 25. Mai. Premiere ist am Sonnabend, 27. Juni. Bis zum 6. September stehen insgesamt 72 Aufführungen der Karl-May-Spiele auf dem Programm. Karten sind im Ticket-Shop auf der Website www.karl-may-spiele.de erhältlich.. ohe