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von Gerald Henseler

Kommt jetzt endlich Tempo 30 für die Lübecker Straße?

Bad SegebergEs war ruhig in der Lübecker Straße. Ungewohnt ruhig – und das mitten in der Karl-May-Saison. Seit Jahren wünschen sich die Anwohnenden weniger Verkehr und mehr Ruhe. Doch der  Zustand hielt nicht lange an. Grund dafür war eine Baustelle an der Kreuzung Am Wege nach Stipsdorf/Lübecker Landstraße. Ein Durchfahren oder Abkürzen war dort tagelang nicht möglich.
Dabei wären die Anwohnenden schon mit deutlich weniger zufrieden. Bereits im März 2022 reichte eine Bürgerinitiative einen Antrag auf Verkehrsberuhigung ein. Gefordert wurden Tempo 30 sowie eine Gewichtsbegrenzung für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen. Passiert ist seitdem nichts.
Nach einer Anwohnerversammlung im Sommer 2022 glaubten viele jedoch, dass ihre Anliegen bei der Stadt auf Zustimmung gestoßen seien. „Zu der Zeit lag die Zuständigkeit für die Anordnung bei der Stadt Bad Segeberg. Der Kreis war Beteiligter in dem Verfahren“, teilt die Pressesprecherin des Kreises Segeberg, Sabrina Müller, mit.
Weiter erklärt sie: „Das nun laufende Prüfungs- und Anhörungsverfahren dient dazu, die Sach- und Rechtslage aus heutiger Sicht zu bewerten und eine Entscheidung vorzubereiten. Eine Entscheidung zu dem Antrag aus dem Jahr 2022 ist uns nicht bekannt.“
Einer der Anwohner blickt aus seinem Büro direkt auf den Straßenabschnitt, an dem auf einer Seite das Parken am Fahrbahnrand verboten ist. „Die Autos kommen mit hoher Geschwindigkeit aus der Lübecker Landstraße und gehen dann hier voll in die Eisen“, schildert er das tägliche Geschehen.
Neben den parkenden Fahrzeugen kann jeweils nur ein Auto passieren, der Gegenverkehr muss in Ausweichlücken warten. Vor der Kurve in der Lübecker Straße sind entgegenkommende Fahrzeuge zudem erst spät zu erkennen.
Immer wieder fragten die Anwohnenden beim Leiter des Ordnungsamtes, Hartmut Gieske, nach dem Stand der Dinge. Dieser verwies darauf, dass die Zuständigkeit beim Kreis Segeberg liege.
Das bestätigt auch die Pressesprecherin des Kreises. Die rechtliche Anordnung von Verkehrszeichen – etwa Tempo-30-Zonen oder Tonnagebegrenzungen – falle in den Zuständigkeitsbereich der Verkehrsaufsicht des Kreises Segeberg.
Die Stadt Bad Segeberg unterstütze eine Ausweitung der Tempo-30-Zone in der Lübecker Straße, erklärt Hartmut Gieske. Deshalb stehe die Stadt derzeit im Austausch mit dem Kreis Segeberg und hoffe auf eine zeitnahe Entscheidung. Gieske bedauert, dass das Verfahren nicht so schnell verlaufen sei, wie es sich die Anwohnenden gewünscht hätten.
Sabrina Müller teilt für den Kreis Segeberg mit: „Mit Schreiben vom 3. Juli 2026 hat die Stadt Bad Segeberg einen Antrag auf Ausweitung der Tempo-30-Zone in der Lübecker Straße gestellt. Zuvor war das Vorhaben im Rahmen einer Verkehrsschau Ende April 2026 besprochen worden. Unseren Unterlagen zufolge wurde eine Tempo-30-Zone in der Lübecker Straße bereits in den Jahren 2022 beziehungsweise 2023 thematisiert.“
Der aktuelle Antrag der Stadt sieht vor, die Tempo-30-Zone auf den Abschnitt zwischen der Filiale des Unternehmens KiK und dem ehemaligen Hotel am Kalkberg, dem heutigen Standort der MySto Lagerboxen, auszuweiten. ohe