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von Gerald Henseler

Klassiker auf Tour: AMSC feiert 75-jähriges Bestehen

Gruppe posiert mit klassischen VW-Käfern vor Autohaus.

Bad SegebergDie 45. Oldtimerfahrt des Automobil- und Motorsportclubs Bad Segeberg steht in diesem Jahr ganz im Zeichen eines besonderen Jubiläums. Der Verein feiert sein 75-jähriges Bestehen und erwartet zur traditionellen Ausfahrt am Sonntag, 21. Juni, erneut zahlreiche historische Fahrzeuge und viele Zuschauer entlang der Strecke.
Der erste Teilnehmer startet um 10 Uhr am Autohaus Senger in der Lindhofstraße. Aktuell liegen 65 Nennungen vor, darunter 58 Automobile und sieben Motorräder. Fahrtleiter Arno Wichmann rechnet jedoch noch mit weiteren Meldungen. „Meine Schätzung, dass wir von 65 auf 75 Teilnehmer kommen, ist sehr realistisch. Vielleicht erreichen wir sogar 80“, sagt er.
Teilnehmen dürfen Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt sind. Die Organisatoren bieten zwei Kategorien an: Eine touristische Ausfahrt für Genießer und eine sportliche Klasse für Teilnehmer, die sich zusätzlich in Orientierungs- und Gleichmäßigkeitsprüfungen messen möchten. Dabei gehe es ausdrücklich nicht um Geschwindigkeit. „Es kommt überhaupt nicht auf hohe Geschwindigkeiten an“, betont Wichmann. „Wer schnell ist, wird auf jeden Fall ziemlich schlecht dastehen.“ Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei maximal 36 Stundenkilometern.
Die rund 75 Kilometer lange Strecke führt zunächst durch den westlichen Kreis Segeberg. Nach einer Pause in Daldorf auf dem Gelände der Firma Jorkisch geht es über den Nord- und Ostkreis zurück nach Bad Segeberg. Die Zielankunft erfolgt auf dem Marktplatz. Dort stellen die Moderatoren die Fahrzeuge einzeln vor und informieren die Besucher über Besonderheiten der jeweiligen Oldtimer. Anschließend fahren die Teilnehmer weiter zum Abschluss am Tennisplatz.
Zu den Höhepunkten zählt ein Jaguar E-Type aus dem Jahr 1962. Das Fahrzeug gilt als einer der bekanntesten britischen Sportwagen seiner Zeit. Nach Angaben der Organisatoren befinden sich außerdem zahlreiche weitere seltene Klassiker aus den fünfziger und sechziger Jahren im Teilnehmerfeld. Das älteste gemeldete Fahrzeug ist ein Motorrad aus dem Jahr 1939.
Mit dabei ist Dr. Thomas Bonitz. Den grünen VW Käfer Cabrio kaufte sein Vater 1972. Zwei Jahre später übernahm Thomas Bonitz das mit einigen Extras ausgestattete Fahrzeug. „Lange Zeit war der Käfer mein einziges Auto“, erzählt der Mediziner.
Das Auto gehört zur Familie: Dr. Thomas Bonitz und seine Frau Liselotte fuhren damit zu ihrer Hochzeit und wurden auch zur Silberhochzeit wieder darin chauffiert.Die Oldtimerfahrt gehört seit Jahrzehnten zu den Aushängeschildern des Vereins. Gemeinsam mit Hubert Brosche gründete Wolfgang Büttner die Veranstaltung vor 45 Jahren. Heute moderiert er die Fahrzeuge am Start und im Ziel. Für Wichmann liegt ein besonderer Reiz der Veranstaltung in der Resonanz entlang der Strecke. „Wir hoffen, dass wir wieder wie jedes Jahr sehr viele Zuschauer haben“, sagt er. Anders als bei vielen anderen Oldtimerveranstaltungen stünden in zahlreichen Orten Menschen am Straßenrand und warteten auf die historischen Fahrzeuge.
Das Jubiläum bietet zugleich Anlass für einen Blick in die Vereinsgeschichte. Der AMSC entstand 1951 und organisierte zunächst Grasbahnrennen auf der Rennkoppel in Bad Segeberg. Später folgten Geschicklichkeitsturniere, Rallyesport und Jugendarbeit. „Seit 45 Jahren liegt unser Fokus auf dem Oldtimer-Sport“, sagt Wichmann.
Die Organisation der Veranstaltung bleibt eine große Gemeinschaftsaufgabe. Rund 50 Helfer sind am Veranstaltungstag im Einsatz. Unterstützung erhält der Verein dabei auch von befreundeten Motorsportclubs aus der Region. „Das können wir als AMSC natürlich nicht allein bestreiten“, sagt Wichmann.
Mit der Jubiläumsfahrt wollen die Organisatoren nicht nur historische Fahrzeuge präsentieren, sondern auch die lange Tradition des Vereins sichtbar machen. Nach 75 Jahren Vereinsgeschichte und 45 Oldtimerfahrten gehört die Veranstaltung weiterhin zu den festen Größen im Veranstaltungskalender der Region.
ohe