Im neuen Sozial-Kiosk trifft Inklusion auf Integration
Bad Segeberg. Die Landesunterkunft (Luk) in Bad Segeberg erweitert ihr Angebot für Menschen mit Migrationshintergrund um einen Sozial-Kiosk, der nicht nur Dinge des täglichen Bedarfs anbietet, sondern auch als Ort der Begegnung dient. Betrieben wird dieser künftig von der Lebenshilfe Bad Segeberg und wird damit zugleich zu einem inklusiven Projekt.
Ein Neustart in einem fremden Land bringt große Herausforderungen mit sich: Eine neue Sprache, unbekannte Strukturen und oft auch Unsicherheiten. Ähnliche Hürden erleben Menschen mit Behinderungen häufig ein Leben lang. Genau hier setzt das neue Konzept an: Der Kiosk verbindet Migration und Inklusion und schafft Raum für gegenseitiges Verständnis und Unterstützung.
Im Herzen der Luk gelegen, bietet der rund 50 Quadratmeter große Kiosk, bestehend aus vier Containern, ein multikulturelles Sortiment mit Waren des täglichen Bedarfs. Die Nachfrage soll zukünftig das Angebot bestimmen. Ein Team aus Sozialpädagogen, Verkaufsmitarbeitenden und perspektivisch auch Menschen mit Behinderungen arbeitet hier Hand in Hand. Ziel ist es, nicht nur die Versorgung sicherzustellen, sondern auch Begegnungen zu fördern und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.
„Wir tragen die Gemeinnützigkeit im Namen und streben keine Gewinne an“, betont Lebenshilfe Geschäftsführerin Sylvia Johannsen. Entsprechend werden die Waren zu erschwinglichen Preisen angeboten. Gezahlt werden kann in bar, mit EC-Karte oder per Bezahlkarte. Neben Lebensmitteln und Alltagsartikeln umfasst das Angebot auch Telefonkarten und, anders als beim Vorbild-Projekt am Bad Segeberger ZOB, sogar Zigaretten.
Bürgermeister Toni Köppen war es auch, der durch die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Lebenshilfe beim inklusiven Kioskprojekt am ZOB eine ähnliche Zusammenarbeit für die Landesunterkunft vorschlug und die Kontakte herstellte. Langfristig ist geplant, auch im Sozial-Kiosk der Luk verstärkt Menschen mit Behinderungen aus den Einrichtungen der Lebenshilfe einzubinden sowie ehrenamtliche Helfer zu gewinnen. Aktuell arbeiten dort mit Monica Hahn und Asmahan Mustafa sowie dem Fachbereichsleiter Inklusionsbetriebe Janes Pakulla drei Mitarbeiter der Lebenshilfe.
Geöffnet ist der Kiosk immer montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr sowie von 14.30 bis 16.30 Uhr. Einkaufen dürfen alle derzeit 421 Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeitenden der Luk, für die damit der lange Weg in die Stadt entfällt.
Schon am Eröffnungstag war der Andrang entsprechend groß. Viele Erwachsene und auch Kinder nutzten die Gelegenheit, sich das Angebot anzusehen und einzukaufen. Für einen sicheren Ablauf sorgt ein begleitender Sicherheitsdienst. kf