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von Gerald Henseler

Hundehalter klagt über Ungleichheit bei Hundesteuer

Älterer Mann streichelt einen Hund im Wohnzimmer.

FahrenkrugWarum werden Hunde so unterschiedlich besteuert? Und warum müssen Hundebesitzer Steuern zahlen, Katzenhalter aber nicht? Diese Fragen stellte Klaus-Dieter Hannemann. Der Rentner hatte Zeit und hat sich das Amtsblatt genau durchgelesen. Zu Jahresbeginn veröffentlicht nahezu jede Gemeinde im Amt Trave-Land dort ihre Satzung über die Erhebung der Hundesteuer. „Die Satzung ist immer gleich, doch die Gebühren unterscheiden sich gewaltig“, sagt Hannemann.
Er selbst wohnt in Fahrenkrug und hält nur eine Hündin. Mit 25 Euro im Jahr ist er dabei. Günstiger geht es im Amtsgebiet nicht. Das sieht in Stipsdorf oder Wensin schon ganz anders aus: Dort zahlt man 120 Euro für den ersten Hund. Für als gefährlich eingestufte Hunde steigen die Steuern weiter. Schon für den zweiten Gefahrhund zahlen Stipsdorfer 1.800 Euro.
„Das müsste einfacher und einheitlicher sein“, meint Klaus-Dieter Hannemann. Die Hundesteuer ist eine örtliche Abgabe, deren Höhe jede Gemeinde selbst festlegt. Daher schwanken die Gebühren von Ort zu Ort erheblich. Bei der Hundesteuer handelt es sich um eine sogenannte Aufwandsteuer, die jede Gemeinde zur Deckung ihrer Ausgaben erhebt. Sie soll dazu dienen, die Zahl der Hunde zu begrenzen und Hundebesitzer zur Verantwortung zu ziehen. Das Geld fließt in den allgemeinen Gemeindehaushalt. Die Gemeinde entscheidet selbst, wofür es verwendet wird.
Klaus-Dieter Hannemann wünscht sich, dass die Steuer genutzt wird, um Tierheime zu unterstützen. Er weiß aus Erfahrung, dass der Hund für viele ältere Menschen der einzige Gefährte ist. „Für die ist der Hund das Ein und Alles“, sagt Hannemann. Hohe Steuersätze machen diesen Senioren und Seniorinnen oft zu schaffen. „Einen Hund zu halten ist teuer geworden. Die Tierarztkosten haben sich nahezu verdoppelt, auch die Futterkosten steigen“, sagt Hannemann. Er hält die Festsetzung der Steuersätze für willkürlich. Hannemann lebte jahrelang in Dänemark. „Dort mussten wir keine Hundesteuer zahlen“, sagt er. Deutschland müsse sich das auch leisten können, meint der Senior. Zudem sei der Verwaltungsaufwand sehr hoch.
Wenn schon Hunde besteuert werden, dann sollten Katzenhalter ebenfalls zahlen, meint Hannemann. Freigängerkatzen verursachen seiner Meinung nach als Nesträuber und Vogelfresser mehr Schaden in der Natur als Hunde. Und es gibt fast 16 Millionen Katzen in Deutschland, mit Streunern sogar 18 Millionen, aber nur gut zehn Millionen Hunde. Für die Einführung einer Katzensteuer sprachen sich in einer Studie von Statista nur 21 Prozent der Deutschen aus, für die Abschaffung der Hundesteuer hingegen 28 Prozent.
Kommunen in Deutschland nahmen 2024 rund 430 Millionen Euro durch die Hundesteuer ein. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre stiegen diese Einnahmen um etwa 40 Prozent. ohe