Günstiges Bauland ist in Segeberg knapp
Bad Segeberg. Der Traum vom Eigenheim bleibt für viele Familien in den Kreisen Segeberg und Plön eine Herausforderung. Zwar hat sich der Immobilienmarkt nach den starken Preissteigerungen der vergangenen Jahre beruhigt, günstiges Bauland ist jedoch weiterhin knapp. Das zeigen die aktuellen Bodenrichtwerte der Gutachterausschüsse.
Die höchsten Bodenrichtwerte finden sich im Kreis Segeberg nach wie vor in den Städten und in den Gemeinden mit guter Anbindung an Hamburg. In Bad Segeberg reichen die Richtwerte je nach Wohnlage von rund 200 bis 320 Euro je Quadratmeter. Für Innenstadtlagen werden sogar bis zu 440 Euro ausgewiesen.
In kleineren Gemeinden liegen die Werte deutlich niedriger. So werden beispielsweise für Bark 100 Euro, für Bahrenhof 90 Euro und für Armstedt 110 Euro je Quadratmeter ausgewiesen. Auch innerhalb einzelner Orte unterscheiden sich die Werte je nach Lage und Nutzbarkeit erheblich.
Im Kreis Plön zeigt sich ein ähnliches Bild. Während Grundstücke in den Städten und an den Seen deutlich höhere Werte erreichen, bleiben ländliche Gemeinden günstiger. Die Bodenrichtwerte veröffentlicht der Gutachterausschuss des Kreises Plön über den DigitalenAtlasNord.
Für Bauinteressenten bedeuten die Bodenrichtwerte allerdings nur eine erste Orientierung. Sie spiegeln den durchschnittlichen Wert vergleichbarer Grundstücke wider, sind aber keine verbindlichen Kaufpreise. Größe, Zuschnitt, Erschließung, Baurecht und die tatsächliche Nachfrage können dazu führen, dass ein Grundstück deutlich teurer oder günstiger gehandelt wird.
Hinzu kommt, dass das Angebot an Baugrundstücken weiterhin begrenzt ist. Viele Gemeinden weisen nur noch vereinzelt neue Baugebiete aus. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Bauplätzen im Hamburger Umland hoch. Das sorgt dafür, dass sich die Preise trotz gestiegener Bauzinsen auf einem vergleichsweise hohen Niveau halten. Dennoch hat sich die Situation für Bauwillige etwas entspannt. Verkäufer müssen ihre Preisvorstellungen häufiger an die tatsächliche Marktlage anpassen. Kaufinteressenten haben heute wieder bessere Möglichkeiten, Preise zu verhandeln als noch während des Immobilienbooms der Jahre 2020 bis 2022.
Wer den Bau eines Eigenheims plant, sollte deshalb nicht nur den Bodenrichtwert vergleichen, sondern auch die Gesamtkosten im Blick behalten. Neben dem Grundstückspreis schlagen Erschließungskosten, Baukosten, Finanzierung und die Grunderwerbsteuer erheblich zu Buche. Gerade in kleineren Gemeinden können niedrigere Grundstückspreise die längeren Wege zur Arbeit oder zur Infrastruktur teilweise ausgleichen.
Die aktuellen Bodenrichtwerte machen deutlich: Im Kreis Segeberg bleibt Bauland insbesondere in den städtischen Lagen teuer. Wer bereit ist, in ländlichere Gemeinden der Kreise Segeberg oder Plön auszuweichen, findet dagegen noch Grundstücke zu deutlich günstigeren Quadratmeterpreisen. ohe