Gretchen Rickert feiert ihren 100. Geburtstag: Glücklich im hohen Alter

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von Gerald Henseler

Gretchen Rickert feiert ihren 100. Geburtstag: Glücklich im hohen Alter

Gretchen Rickert feiert heute ihren 100. Geburtstag.

Todesfelde (ohe). Gretchen Rickert weiß, worauf es im Leben ankommt. „Man muss mit dem zufrieden sein, was man hat. Dann ist man auch glücklich“, sagt die Hundertjährige. „Ich bin total zufrieden“, fügt sie hinzu.

Am Donnerstag, 7. September 1923, wurde sie in Lentföhrden geboren. Ihre Eltern hatten eine kleine Landstelle und arbeiteten beim Bauern. Auch Gretchen  Rickert (geb. Behrmann) arbeitete bald in der Landwirtschaft. Sie erzählt gern von der harten Arbeit auf dem Feld. Mit der Hand hat sie damals die Pflanzlöcher gegraben, Rüben gesteckt und mit dem Fuß festgetreten. „Abends saßen wir am Knick und haben uns Geschichten erzählt“, erinnert sie sich. Einmal wurde sie von einem Pferd auf die Brust getreten. Da musste sie zur Behandlung in die Klinik nach Bad Bramstedt.

Mit ihrem ersten Mann Georg Mertens war Gretchen Rickert nicht lange glücklich. „Der hat  zu viel getrunken“, sagt Gretchen Rickert. Und geschlagen hat er seine Frau auch. Daher ließ sie sich scheiden.

Mit ihrem zweiten Mann Alfred Rickert kam sie nach Todesfelde. Er arbeitete wie Gretchen Rickert auch in der Landwirtschaft. „Geld war immer knapp“, sagt Gretchen  Rickert. Doch das hat sie nie gestört. „Wir haben hart gearbeitet, aber auch viel Spaß gehabt“, sagt sie.

Nach dem Tod ihres zweiten Ehemannes  fand Gretchen Rickert über eine Zeitungsanzeige Kurt Lutzke. Mit ihm zog sie nach Kisdorf-Wohld. Nach einem Schlaganfall pflegte Gretchen Rickert ihren Lebensgefährten. Nach dessen Tod zog sie zurück nach Todesfelde in das Haus ihres verstorbenen Ehemannes. Dort wohnt sie noch heute. „Hier habe ich tolle Nachbarn. Die sind immer für mich da und helfen mir“, freut sie sich. Die Ehen und Beziehung Gretchen Rickerts blieben kinderlos.

Weit gehen kann Gretchen Rickert heute nicht mehr. „Old und gries kanns warn, aver nich bregenklöterich“, meint sie und ist stolz darauf, dass sie im Kopf noch klar ist. Jeden morgen liest sie die Tageszeitung und ist interessiert am lokalen Geschehen.

Das Plattdeutsche ist ihre Mutersprache. Bei jeder längeren Unterhaltung fällt sie ins Plattdeutsche. Dann lacht sie und unternimmt einen neuen Anlauf auf Hochdeutsch.

Bürgermeister Mathias Warn und Pastorin Manuela Zschaubitz gratulierten der Jubilarin zu ihrem Ehrentag. Anschließend feierte Gretchen Rickert mit Familie, Freunden und Bekannten in der Gaststätte Storchennest. „Früher habe ich gern für alle Gäste gekocht. Meistens gab es Schweinebraten“, sagt Gretchen Rickert. Schließlich verrät sie noch ihr Rezept für ein langes Leben: „Viel Arbeit, gut essen, lange schlafen und wenig Alkohol trinken.“


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