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von Katja Lassen

„Gewalt hat hier keinen Platz“ –Orange Bank setzt sichtbares Zeichen

Vier Personen sitzen und stehen neben einer orangefarbenen Bank am Wasser.
Die orange Bank am Großen Segeberger See setzt ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt. Initiiert wurde die Aktion von Inge Diekmann (v. re.), der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, in Absprache mit Bürgermeister Toni Köppen, Mira Blum (Frauenzimmer) und Nils Stühmer (KAST).  Foto: kf

Bad Segeberg. Die orange Bank am Ufer des Großen Segeberger Sees nahe der Backofenwiese ist weit mehr als eine Sitzgelegenheit: Mit dem Motto „Gewalt hat hier keinen Platz“ setzt sie ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und für ein gleichberechtigtes und sicheres Miteinander.
Die Bank ist Teil der internationalen UN-Women-Kampagne „Orange the World“, die weltweit auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam macht. „Gewalt ist kein privates Schicksal, sondern ein gesellschaftliches Problem“, betonte Gleichstellungsbeauftragte Inge Diekmann bei der Einweihung und nennt erschreckende Zahlen.
Über 171.000 Menschen wurden 2024 in Deutschland Opfer von Partnerschaftsgewalt. Alle zwei bis drei Tage tötet ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin. Fast jeden Tag gibt es einen Tötungsversuch. (Quelle: BKA-Jahresbericht und Lagebilder Häusliche Gewalt 2024.)
Für die Gleichstellungsbeauftragte Inge Diekmann gehören Gleichberechtigung und Sicherheit untrennbar zusammen. Gewalt geschehe häufig im Verborgenen und im eigenen Zuhause. „Es sind Nachbarinnen, Kolleginnen, Freundinnen und Schwestern. Wir müssen dieses Problem ans Licht der Öffentlichkeit holen und zeigen: Ihr seid nicht allein“, sagt sie.
Die orange Bank soll deshalb nicht nur aufmerksam machen, sondern auch den Weg zu konkreter Hilfe weisen. Direkt neben der Bank informiert eine Infotafel über verschiedene Anlaufstellen, darunter das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, die Frauenfachberatungsstelle Frauenzimmer e.V., die Männerberatung für Männer, die häusliche Gewalt erfahren, sowie die KAST-Tätergruppe Häusliche Gewalt. Das Hilfetelefon ist unter 116 016 kostenfrei, anonym und rund um die Uhr erreichbar und spricht viele Sprachen. Weitere Informationen gibt es unter www.hilfetelefon.de.
„Die Bedeutung dieser Bank zeigt sich schon in dem Interesse an diesem heutigen Termin“, sagte Bürgermeister Töni Köppen mit Blick auf die zahlreichen Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Schulen, Politik und verschiedensten Institutionen und Gruppen. Für ihn gäbe es kaum einen schöneren Standort für die orange Bank als am Großen Segeberger See.
Viele glaubten, das Problem existiere hier nicht. Doch Bad Segeberg sei von häuslicher Gewalt nicht ausgenommen, machte Köppen deutlich. Die Corona-Lockdowns hätten das Thema stärker in den Fokus gerückt, ein Tötungsdelikt im November 2024 habe zudem auf traurige Weise gezeigt: „Es gibt die Probleme auch hier“, so Köppen. Umso wichtiger sei es, Hilfsangebote sichtbar zu machen und dort, wo Gewalt stattfindet, konsequent zu verfolgen und zu ahnden.
Die orange Bank ist schon jetzt kein Einzelstück mehr. Eine zweite Bank ist bereits bei den Fischteichen in Bad Segeberg aufgestellt, eine weitere wurde am BBZ Bad Segeberg allerdings von dessen Träger, dem Kreis Segeberg, aufgestellt. Auch im Südstadtpark könnte sich Bürgermeister Köppen eine orange Bank vorstellen. So soll die Botschaft Gewalt hat hier keinen Platz in den verschiedenen Stadtteilen sichtbar werden.
Auch die Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, die Botschaft weiterzutragen. Wer auf der orangefarbenen Bank Platz nimmt und ein Foto von sich macht, kann den Satz „Gewalt hat hier keinen Platz, weil …“ mit eigenen Worten vervollständigen. Die Beiträge können per E-Mail an die Gleichstellungsbeauftragte unter inge.diekmann @badsegeberg.de geschickt werden.­
Sie fordert außerdem auf: „Zeigen Sie Zivilcourage – leisten Sie Hilfe.“ Die orange Bank am Segeberger See soll auch daran erinnern. kf