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von Katja Lassen

Gefiederte Gäste: Paul und Pauline erobern sich das Gartenparadies

Frau füttert zwei Enten im Garten.
Die Hinterlassenschaften der Enten spült Dagmar Schmidt zur Nedden immer gleich mit Wasser aus einer Gießkanne weg. Wenn ihre gefiederten Garten-Gäste sich liebevoll schnäbeln, geht ihr und Ehemann Peter das Herz auf. Foto: kf

Bad Segeberg. „Wo kommen die denn her?“ Diese Frage stellen sich Dagmar und Peter Schmidt zur Nedden seit einigen Wochen. In ihrem Garten in der Gartenstraße 7 haben sich zwei ungewöhnliche Enten niedergelassen, die sich dort offenbar pudelwohl fühlen. Das Ehepaar freut sich über die tierischen Gäste, die nicht nur den Teich für sich entdeckt haben, sondern inzwischen auch eine erstaunliche Zutraulichkeit an den Tag legen.
Alles begann am 15. August. Dagmar Schmidt zur Nedden entdeckte damals erstmals eine schwarz-grün schimmernde Ente mit rotem Schnabel und auffälliger roter Zeichnung rund um die Augen. Das Weibchen blieb und machte es sich im Garten gemütlich. Fünf Wochen lang war sie allein unterwegs, bis vor kurzem plötzlich ein Erpel auftauchte. Woher er kam und wie er seine neue Gefährtin gefunden hat, bleibt bislang ein Rätsel.
Inzwischen sind die beiden unzertrennlich und haben von ihren Gastgebern auch schon Namen bekommen: Paul und Pauline. „Sie sind extrem zutraulich und folgen mir auf Schritt und Tritt – fast wie ein Hund“, erzählt Dagmar Schmidt zur Nedden. Die beiden Enten schwimmen vergnügt im Gartenteich, machen es sich auf dem Strandkorb, dem Balkon oder der Hecke bequem und unternehmen auch einmal einen Ausflug aufs Nachbargrundstück.
Besonders praktisch: Paul und Pauline haben offenbar eine Vorliebe für Nacktschnecken und halten den Garten von den ungeliebten Kriechtieren frei. Auch Vogelfutter, insbesondere Meisenknödel mit Mehlwürmern, stehen hoch im Kurs. Dazu kommen ein paar Salatblätter oder Äpfel aus dem eigenen Garten.
Wenn die beiden miteinander schnäbeln und sich gegenseitig das Gefieder putzen, geht dem Ehepaar das Herz auf. „Wir haben solche Enten noch nie gesehen“, erzählen die beiden. Dabei sind sie durchaus erfahrene Gastgeber für gefiederte Besucher. Schon einmal hatten sich Stockenten sechs Wochen lang in ihrem Garten aufgehalten, Eier in Hecken und am Teichufer abgelegt, diese allerdings nicht ausgebrütet und sich dann schließlich wieder verabschiedet.
Doch das jetzige Entenpaar sieht ganz anders aus: Das Gefieder schimmert schwarz-grün, die Brust ist hell gefleckt, dazu kommen der rote Schnabel und die auffällige Zeichnung rund um die Augen. Was sind das für Tiere? Wo kommen sie her? Und ist es überhaupt richtig, sie zu füttern?
Mit diesen Fragen hat sich Dagmar Schmidt zur Nedden bereits an den NABU, den Wildpark Eekholt, den Tierschutzverein sowie die Arche in Wahlstedt und Warder gewandt. Eine eindeutige Antwort konnte ihr bislang niemand geben. Auch eigene Recherchen im Internet brachten keine abschließende Gewissheit.
Dort stießen die Rentner unter anderem auf die Pommernente, von der es in Deutschland nur noch vergleichsweise wenige Tiere geben soll. Unsere Redaktion fand bei der Recherche dagegen Hinweise auf eine andere mögliche Erklärung: die Moschusente, auch Warzenente genannt. Sie wird häufig als Haus- und Hoftier gehalten und kann besonders zutraulich werden, wenn sie in der Nähe von Menschen aufwächst und gefüttert wird.
Moschusenten gelten als ruhige Tiere. Statt laut zu quaken, geben sie eher Zisch- und Gluckslaute von sich. Auch ihre Vorliebe für Schnecken und Insekten passt zu den Beobachtungen im Garten der Schmidt zur Neddens. Typisch für diese Entenart ist zudem das unbefiederte Gesicht. Männliche Tiere besitzen über dem Schnabel einen warzenähnlichen Stirnhöcker. Ihr schwarz-weißes Gefieder kann in der Sonne grünlich schimmern.
Ob Paul und Pauline tatsächlich Moschusenten sind, bleibt allerdings offen. Eine fachkundige Bestimmung wäre deshalb sehr willkommen.
Wer kennt sich mit diesen ungewöhnlichen Enten aus und kann Dagmar und Peter Schmidt zur Nedden weiterhelfen? Hinweise nimmt die Redaktion unter katja.lassen@bassesblatt.de entgegen und leitet sie an das Ehepaar weiter. Sollten Paul und Pauline ihrem neuen Zuhause dauerhaft treu bleiben, denkt die Familie bereits über ein eigenes Entenhaus als Schlafplatz für die gefiederten Gäste nach.  kf

Nahaufnahme einer Ente vor einem Blumentopf auf dem Boden
Paul ist der Erpel, bei ihm ist die rote Zeichnung rund um Augen und Schnabel auffälliger. Foto: kf
Eine Moschusente auf einer Terrasse neben Hausschuhen.
Bei Pauline, dem Weibchen, ist die grünlich schimmernde Federzeichnung sehr schön zu sehen. Wer weiß mehr über diese Enten.Foto: kf
Frau füttert Enten an einem Teich im Garten.
Für Dagmar Schmidt zur Nedden und ihren Mann Peter gibt es nichts Schöneres als ihr Gartenparadies. Das sehen die Enten, die seit Wochen in ihrem Garten leben wohl genauso. Was sind das für Enten und wo kommen sie her fragen sich die Senioren.Foto: kf