Erste Hilfe: Kinder lernen Leben retten bei der Feuerwehr Heidmühlen
Heidmühlen. Kinder sind neugierig, mutig und oft viel aufmerksamer, als Erwachsene denken. Und vielleicht kann genau dieses Wissen im richtigen Moment einmal ein Leben retten. Aus diesem Gedanken entstand bei der Freiwilligen Feuerwehr Heidmühlen eine Idee: Warum bringen wir Erste Hilfe nicht schon unseren Kindern bei?
Die Feuerwehr Heidmühlen verfügt über eine First-Responder-Gruppe mit derzeit 13 ausgebildeten Mitgliedern, darunter ein Notarzt. Die schnelle Hilfe im Notfall gehört damit bereits zum festen Bestandteil der Feuerwehrarbeit. Doch warum sollte man mit dem Wissen über Erste Hilfe erst im Erwachsenenalter beginnen? Schließlich können auch Kinder lernen, Gefahrensituationen zu erkennen, einen Notruf abzusetzen und anderen Menschen zu helfen.
Aus der Idee wurde ein konkreter Plan. Den Anfang machte eine Umfrage, für die Handzettel in allen Haushalten von Heidmühlen verteilt wurden. Die Rückmeldungen waren überwältigend positiv – auch über die Gemeindegrenzen hinaus. Mehr als 50 Kinder zeigten Interesse an dem Angebot. So konnten insgesamt vier Kurse auf die Beine gestellt werden.
Im Oktober fanden jeweils zwei Kurse im Feuerwehrhaus Heidmühlen statt. Die Ausbildung übernahm das Deutsche Rote Kreuz Bad Segeberg. Marion Kretschmann nahm sich der Aufgabe an, den sechs- bis 14-jährigen Kindern die Grundlagen der Ersten Hilfe altersgerecht und mit viel Einfühlungsvermögen näherzubringen.
Auf dem Programm standen viele wichtige Fragen: Wie setze ich einen Notruf ab? Wie verhalte ich mich bei einem Unfall? Wo finde ich Warnwesten? Und wie versorge ich eine Wunde? Die älteren Kinder durften sich außerdem mit der Wiederbelebung beschäftigen und lernen, wie eine Reanimation durchgeführt wird.
Dabei stand eines immer im Vordergrund: Der Spaß am Lernen. Denn wer ohne Angst und mit Freude an ein Thema herangeführt wird, behält das Gelernte oft besser im Gedächtnis. Die Kinder konnten ausprobieren, Fragen stellen und selbst aktiv werden. So wurde aus einem Erste-Hilfe-Kurs ein spannendes Erlebnis, bei dem Wissen und praktische Erfahrungen Hand in Hand gingen.
Ein besonderes Highlight wartete auf die jüngsten Teilnehmer: Zum Abschluss kam ein Rettungswagen der Rettungs-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) vorbei. Die Kinder durften sich das Fahrzeug ganz genau ansehen, vieles anfassen und ausprobieren.
Beim zweiten Kurs stand sogar den ganzen Tag ein Rettungswagen zur Verfügung. Björn Fortak, Wachleiter der Rettungswache Eutin, erklärte geduldig die Ausstattung und die Abläufe im Rettungsdienst. Auch das EKG, das er den Kindern anschaulich als Herzkino näherbrachte, sorgte für großes Interesse. Darüber hinaus wurden die Trage, die Vakuummatratze und weitere Ausrüstungsgegenstände gezeigt und ausprobiert. So konnten die Kinder hautnah erleben, was passiert, wenn professionelle Hilfe gebraucht wird.
Insgesamt verbrachten rund 50 Kinder aus Heidmühlen und der Umgebung spannende, lehrreiche und fröhliche Stunden bei der Feuerwehr. Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmer eine Urkunde, einen Ansteckbutton mit der Aufschrift „Ich bin ein Ersthelfer“ sowie ein kleines Erste-Hilfe-Set für den Rucksack, das von der Gemeinde und der Feuerwehr Heidmühlen überreicht wurde.
„Ein solches Projekt ist ohne Unterstützung nicht möglich. Umso erfreulicher war es, dass sich ein Sponsor spontan bereit erklärte, den Großteil der Kurskosten zu übernehmen“, sagt Nicole Borchert von der Feuerwehr Heidmühlen. Dieses Engagement zeige, wie wichtig das Thema Erste Hilfe auch in der Gemeinschaft genommen wird.
Die Feuerwehr Heidmühlen ist stolz auf die große Resonanz und das Interesse der Kinder. Denn Erste Hilfe bedeutet nicht nur, Verbände anzulegen oder eine Wiederbelebung zu lernen. Es geht vor allem darum, hinzusehen, Verantwortung zu übernehmen und sich zu trauen, anderen Menschen zu helfen.
„Unser Wunsch ist es, dass Erste Hilfe für Kinder genauso selbstverständlich wird wie Schwimmen oder Fahrradfahren. Denn jeder kann helfen – und manchmal beginnt Lebensrettung mit einem Kind, das weiß, was zu tun ist“, sagt Nicole Borchert. em