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von Gerald Henseler

Empörung über Förderstopp für Verhütungsmittel

Zwei Frauen mit Blumen vor einem Gebäude.
Barbara Koop-Lehmann (li.) und Meinhild Scholz vom Segeberger Spendenparlament sind empört über den Kreistagsbeschluss, die finanzielle Förderung von Verhütungsmitteln für Menschen mit geringem Einkommen einzustellen.  Foto: ohe

Bad Segeberg. Der Segeberger Kreistag hat beschlossen, die finanzielle Förderung von Verhütungsmitteln für Menschen mit geringem Einkommen einzustellen.
„Wir sind empört über diesen Beschluss“, sagt Meinhild Scholz, Präsidentin des Segeberger Spendenparlaments. Seit 2020 konnten Einwohnerinnen und Einwohner, die staatliche Sozialleistungen beziehen und mindestens 22 Jahre alt sind, eine Kostenübernahme für ärztlich verordnete Verhütungsmittel beantragen. Der Kreis Segeberg finanzierte diese Unterstützung jährlich mit 40.000 Euro. Im aktuellen Kreishaushalt mit Aufwendungen von 664 Millionen Euro ist das eine vergleichsweise geringe Summe.
„Hier wird bei den Schwächsten gespart“, kritisiert Scholz. Die Aufgabe auf humanitäre Organisationen zu übertragen, sei der falsche Weg. Dennoch entschloss sich das Segeberger Spendenparlament zu helfen. Die Organisation verfügt selbst nur über ein jährliches Budget von knapp 14.000 Euro. Nun spendete das Parlament 2.500 Euro an pro familia in Bad Segeberg. Die Beratungsstelle vergibt die Mittel an Bedürftige.
Mit der Spende möchte das Spendenparlament die Versorgung mit Verhütungsmitteln für Menschen mit geringem Einkommen in Bad Segeberg und den umliegenden Gemeinden sicherstellen. Scholz hofft zudem, dass einige Städte und Gemeinden die Förderung künftig übernehmen werden.
Durch die Verlagerung der Förderung auf kommunale Ebene oder auf Sponsoren steigt der administrative Aufwand für die Mitarbeitenden von pro familia erheblich. Eine solche Aufgabe müsse auf einer höheren politischen Ebene angesiedelt werden, fordert Scholz.
Die finanzielle Förderung von Verhütungsmitteln für Menschen mit geringem Einkommen endet zum 1. Juli. Im laufenden Jahr spart der Kreis dadurch rund 14.000 Euro.
Im Kreis Plön läuft die Förderung weiter. ohe