Ekkehard Bartsch forscht seit mehr als 60 Jahren über Karl May

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von Gerald Henseler

Ekkehard Bartsch forscht seit mehr als 60 Jahren über Karl May

Er kennt Karl May so gut wie kaum ein anderer: Ekkehard Bartsch.Fotos: ohe

Bad Segeberg (ohe). Überlebensgroß steht die Karl-May-Figur vor der Blockhütte am Karl-May-Platz. „Das Foto zeigt Karl May 1896 im Kostüm von Old Shatterhand“, erklärt Ekkehard Bartsch. Wie kaum ein anderer hat er das Leben und Werk des Schriftstellers erforscht. „Karl May hat dieses Rollenbild lange mitgemacht“, berichtet Bartsch. Dabei schrieb May die meisten seiner Wild-West-Romane ohne selbst einmal in Amerika gewesen zu sein. Lange Zeit war Karl May daher umstritten. „Heute hat man ein viel differenziertes Karl-May-Denken“, weiß der  Experte.

Seit seiner Jugend beschäftigt sich Ekkehard Bartsch mit Karl May. Alle seine Werke hat er gelesen und alles rund um den Schriftsteller und sein Werk gesammelt. Dazu gehörten auch Handschriften und Briefe aus der Feder Karl May. Einiges davon ist heute im Karl-May-Museum in Radebeul zu sehen. „Ich hatte einfach nicht mehr genug Platz zuhause“, erklärt Bartsch.

1961 zog Bartsch nach Bad Segeberg. Seitdem verfolgt er aufmerksam die Entwicklung der Karl-May-Spiele am Kalkberg. Jedes seiner Kinder spielte als Statist bei dem Karl-May-Spielen mit. Zu vielen Schauspielern pflegen Ekkehard Bartsch und seine Frau Ingelore ein freundschaftliches Verhältnis.

Karl Mays Werk hält Bartsch für so aktuell wie nie zuvor. „„Karl May setzte sich für Völkerverständigung ein. Er ließ Winnetou und Old Shatterhand Blutsbrüderschaft schließen und gemeinsam für das Gute kämpfen“, sagt Bartsch. Die Rassismusvorwürfe gegen den Autor lässt Bartsch nicht gelten. Karl May hat die indigenen Amerikaner sicher nicht realistisch dargestellt. Er war Schriftsteller und kein Wissenschaftler. In seinen Romanen hat er Werte wie Friedensliebe, Freundschaft, Gerechtigkeit vermittelt und den Widerstand gegen Unterdrückung. Deutlich wird das für Ekkahard Bartsch besonders in dem Roman Und Frieden auf Erden.

In der aktuellen Winnetou-Inszenierung lobt Bartsch, dass Drehbuchautor Michael Stamp den  Gedanken der Völkerverständigung aus Karl Mays Werk auf der Bühne deutlich werden lässt. Ein Sprechtheater, wie in der Anfangszeit der Karl-May-Spiele, würde heute nicht mehr funktionieren. Das weiß Ekkehard Bartsch auch. Doch allein auf Action und Klamauk zu setzen, sei nicht der richtige Weg, meint Bartsch. Mit seiner Frau Ingelore hilft er während der Spielzeit der Karl-May-Spiele in der Karl-May-Oase seiner Tochter Marion Stolze und seines Sohnes Christian Bartsch aus. Die Blockhütte vor dem Indian Village ist zu einem Treffpunkt von Karl-May-Freunden geworden. „Viele kommen hierher, weil sie etwas ganz Spezielles suchen und haben sich Listen gemacht“, sagt Bartsch. Die Gespräche mit interessierten Fans machen Ekkehard Bartsch Spaß.Er öffnet die Karl-May-Oase daher auch noch nach der Abendvorstellung um 22.15 Uhr. „Dann führen wir die besten Gespräche“, sagt Bartsch.

Der Bestseller in der Blockhütte hat allerdings wenig mit Karl May zu tun. Das sind in diesem Jahr die Regenponchos für zwei Euro. „Gestern haben wir vor der Nachmittagsvorstellung nahezu den ganzen Bestand verkauft“, sagt Bartsch. Die Karl-May-Oase öffnet während der Spielzeit täglich um 11 Uhr. Auch ihren goldenen Hochzeitstag verbrachten Ingelore und Ekkehard Bartsch in der Karl-May-Oase. „Bürgervorsteherin Monika Saggau brachte uns eine Blumenschale vorbei und gratulierte“, freuen sich Ekkehard und Ingelore Bartsch.


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