Ein Magazin gegen den schnellen Medienkonsum
GroßenaspeIn einer Zeit, in der die mediale Welt von kurzlebigen Schlagzeilen, Reality-TV-Formaten wie dem Dschungelcamp und rasanten Ego-Shootern geprägt ist, setzt ein neues lokales Projekt bewusst auf Entschleunigung und geistigen Tiefgang. Kai Lorenz hat mit der Dichter- und Denkerwerkstatt ein kostenloses Magazin ins Leben gerufen, das die klassische deutsche Sprache und das philosophische Gespräch zurück in die Haushalte von Großenaspe bringen möchte.
„Deutsch war immer mein Lieblingsfach. Schon als Grundschüler habe ich gern Gedichte geschrieben“, sagt Lorenz.
Die Resonanz auf die erste Ausgabe vom 1. Januar war überwältigend. Ab April erscheint das Heft regelmäßig im vierteljährlichen Turnus. Die Erstauflage umfasste 200 Exemplare. Aufgrund der positiven Rückmeldungen wird die zweite Ausgabe bereits in einer Auflage von 1.000 Exemplaren gedruckt. Auf jeweils 16 Seiten widmet sich Lorenz Themen, die zum Nachdenken anregen – von Philosophie und Religion bis hin zur Schriftstellerei.
Der Herausgeber verfolgt dabei eine klare Linie: Sämtliche Inhalte sind streng jugendfrei und zeichnen sich durch eine gehobene, sorgfältige Ausdrucksweise aus. Parteipolitik bleibt bewusst außen vor. Gespräche mit politischen Persönlichkeiten kommen nur dann infrage, wenn sie ausschließlich philosophischer Natur sind und keinerlei parteiliche Werbung darstellen.
Bislang stammen alle Texte aus der Feder von Kai Lorenz selbst. Künftig soll das Magazin jedoch breiter aufgestellt werden. Geplant ist unter anderem die neue Rubrik Kinderwerke, die der jungen Generation eine eigene Bühne bieten soll. Bereits in der kommenden Ausgabe kommen Schülerinnen und Schüler der Grundschule zu Wort.
Bemerkenswert ist die uneigennützige Grundhaltung des Projekts. „Mein Anliegen ist es nicht, finanziell erfolgreich zu werden“, betont Lorenz. Im Mittelpunkt stehen für ihn die Pflege der Sprache und der geistige Austausch innerhalb der Gemeinde. Konsequenterweise geht er mit der nächsten Ausgabe einen ungewöhnlichen Schritt: Er verzichtet auf das Urheberrecht an seinen Texten, um die Freiheit des Gedankens zu unterstreichen.
Auch inhaltlich dürfen sich die Leserinnen und Leser auf besondere Akzente freuen: Ein philosophisches Interview mit einer besonderen Großenasper Person ist bereits fest eingeplant. Es verspricht Einblicke, die weit über den üblichen Dorftratsch hinausgehen. In der kommenden Ausgabe wird zunächst eine Kindergärtnerin porträtiert. Zudem hat Kai Lorenz bereits ein Gespräch mit dem Bürgermeister vereinbart.
Die Dichter- und Denkerwerkstatt versteht sich als Einladung an alle Bürgerinnen und Bürger, selbst zur Feder zu greifen. Essays, Gedichte und Gedankenbeiträge sind ausdrücklich willkommen, um das Magazin zu einer lebendigen Plattform für den Ort werden zu lassen. Kai Lorenz freut sich über den Austausch mit anderen Autorinnen und Autoren. Von Social Media und WhatsApp hält er nichts. Kai Lorenz ist mit seinem alten Klapphandy glücklich. Er ist per E-Mail unter K_Lorenz31778@t-online.de sowie telefonisch unter 0151 / 100 479 61 erreichbar. ohe