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von Dirk Marquardt

Dramburger Brunnen gestohlen: Kirche sucht Zeugen

Mann steht vor einem Gedenkstein in einem Park.

Bad Segeberg. Wer an einem schönen Tag über den Friedhof der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Segeberg spaziert, ist sicherlich schon am Dramburger Brunnen im Kastanienweg vorbeigekommen. Umso größer war der Schock, als die Friedhofsverwaltung der Kirchengemeinde am Montag, 13. Juli, feststellen musste, dass die Kupferschüssel des Brunnens gestohlen worden war.
„Für mich ist das eine Schändung einer Gedenkstätte.“, sagt Ludger Roling von der Friedhofsverwaltung. Als er am Freitag, 10. Juli, seine letzte Runde vor dem Wochenende über den Friedhof drehte, war der Brunnen noch unversehrt. Wegen laufender Wartungsarbeiten befand sich kein Wasser im Becken. Am Montagmorgen entdeckte er den Schaden.
„Die Diebe müssen sich ausgekannt haben“, sagt Roling: „Die Kupferschüssel wiegt zwischen 500 und 800 Kilogramm. Zudem war sie fest verankert. Die Täter müssen daher mit schwerem Gerät gearbeitet haben.“
Der reine Materialwert der Kupferschüssel wird auf etwa 5.000 Euro geschätzt. Insgesamt beläuft sich der entstandene Schaden auf rund 10.000 Euro. Ob die Versicherung den Schaden übernimmt, ist derzeit noch unklar. Neben dem materiellen Verlust ist für Roling vor allem der emotionale Schaden groß. „Eine Frau, die regelmäßig ein Grab in der Nähe besucht, ist beim Anblick des zerstörten Brunnens in Tränen ausgebrochen“, erzählt er.
Der Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung sucht inzwischen die ursprünglichen Baupläne heraus, damit die Kupferschüssel möglichst originalgetreu rekonstruiert werden kann.
Der Dramburger Brunnen ist jedoch nicht das erste Denkmal auf dem Friedhof, das Ziel von Dieben wurde. Bereits in der Vergangenheit wurde die Christusstatue vor der Marienkirche gestohlen. Sie konnte später wiedergefunden werden und steht heute geschützt zwischen Dornbüschen.
Darüber hinaus blieb es in der Nacht offenbar nicht bei diesem einen Vorfall. In der Nacht zum Dienstag, 14. Juli, versuchten Unbekannte außerdem, eine Bronzestatue in der Theodor-Storm-Straße vor dem Finanzamt zu entwenden. Die Täter trennten die Beine der rund 400 Kilogramm schweren Statue ab und transportierten sie auf einem Boots-Handtrailer bis zum angrenzenden Parkplatz des Segeberger Hallenbades. Dort brach der Anhänger unter dem Gewicht der Statue zusammen, sodass die Täter ihre Beute zurücklassen mussten.
Zu beiden Taten liegen der Polizei bislang keine Hinweise auf die Täter vor. Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Diebstählen besteht, ist derzeit noch unklar. Die Polizei und die Friedhofsverwaltung bitten Zeugen um Hinweise. Wer verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der Tatorte beobachtet hat oder Angaben zu einem möglicherweise gestohlenen Boots-Handtrailer machen kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 0 45 51 / 88 40 bei der Polizei zu melden oder bei der Friedhofsverwaltung unter der Telefonnummer 0 45 51 / 9 93 01 74.  SL