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von Dirk Marquardt

Die Getreideernte ist gestartet: Wintergerste macht den Anfang

Mähdrescher erntet Weizen auf einem Feld vor Wald.

Bad Segeberg. Die Ernte hat begonnen: Die ersten Mähdrescher rollen seit dieser Woche über die Felder Schleswig-Holsteins – natürlich auch im Basses-Blatt-Land.
Den Auftakt der diesjährigen Getreideernte macht traditionell die Wintergerste.Überall haben die Betriebe mit dem Dreschen begonnen.
Die Bedingungen waren in diesem Jahr alles andere als einheitlich. Nach einem trockenen Frühjahr ließ die große Hitze Ende Juni viele Getreidebestände schneller reifen. Gleichzeitig brachten örtliche Gewitter mancherorts dringend benötigten Regen – andernorts blieb er aus. Je nach Standort fallen die Aussichten für die Ernte daher sehr unterschiedlich aus.
„Noch ist es zu früh, um eine verlässliche Bilanz zu ziehen“, sagt Achim Seidel, Referent für Marktfruchtbau und Getreide bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Erst die Ergebnisse der ersten Erntepartien werden zeigen, wie sich Trockenheit und Hitze tatsächlich ausgewirkt haben. Während gut wasserversorgte Standorte die trockenen Wochen meist besser verkraftet haben, könnten auf leichteren Böden geringere Erntemengen erzielt werden.
Mit der Wintergerste beginnt für die landwirtschaftlichen Betriebe die arbeitsreichste Zeit des Jahres. Danach folgen Winterraps, Roggen, Triticale – eine Kreuzung aus Weizen und Roggen – und Winterweizen. In den nächsten Wochen heißt es deshalb: Jede trockene Wetterphase muss genutzt werden. Unterstützung bekommen die Betriebe dabei von Lohnunternehmen, Landhandel, Werkstätten und Speditionen.
Neben der Menge spielt auch die Qualität des Getreides eine wichtige Rolle. Entscheidend sind unter anderem gut ausgebildete Körner, ein ausreichendes Hektolitergewicht und ein passender Feuchtegehalt. Wie die diesjährige Ernte in dieser Hinsicht ausfällt, lässt sich erst später beurteilen.
Mit dem Erntebeginn sind auch wieder mehr landwirtschaftliche Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs. Mähdrescher und Transportgespanne brauchen Platz und sind oft langsamer als der übrige Verkehr. Deshalb bitten die landwirtschaftlichen Betriebe alle Verkehrsteilnehmenden um etwas Geduld und gegenseitige Rücksicht.  em/kf