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Diakonie hilft bei der Wohnungssuche: Bloß nicht die Hoffnung aufgeben

von Gerald Henseler

Jürgen Trantow (li.) freut sich, dass Norbert Penning ihm bei der Wohnungssuche hilft. Zur Zeit lebt Trantow in einer Notunterkunft. Fotos: ohe

Fahrenkrug (ohe). Über 59 Jahre wohnte Jürgen Trantow in seinem Elternhaus in Nehms. „Ich bin dort geboren“, sagt der 60-Jährige. Im vergangenen Jahr musste er raus und war plötzlich obdachlos. Das warf ihn aus der Bahn. Er wies sich selbst in die Psychiatrische Klinik in Rickling ein. Sechs Wochen war er dort. Jetzt geht es ihm wieder besser.

Schon lange bevor Jürgen Trantow seine Wohnung räumen musste, machte er sich auf die Suche nach einem neuen Zuhause. Seit einem Jahr hilft ihm dabei Norbert Penning, Leiter des Fachbereichs Wohnungshilfe bei der Diakonie Altholstein. Bezahlbaren Wohnraum zu finden, ist schwer. Noch viel schwieriger wird es, geeigneten Wohnraum zu finden, wenn der Wohnungssuchende durch körperliche Einschränkungen auf barrierefreien Wohnraum angewiesen ist.

Jürgen Trantow ist nach einem Unfall im Jahr 2011 schwerbehindert und auf den Rollstuhl angewiesen. Seine frühere Wohnung hatte er baulich an seine Bedürfnisse angepasst. „Wir konnten bisher keine  barrierefreie, bezahlbare Wohnung für Herrn Trantow finden“, bedauert Norbert Penning. Das Amt Trave-Land stellt Jürgen Trantow zur Zeit ein Zimmer in einer Notunterkunft in Fahrenkrug zur Verfügung. Es sind die Räumlichkeiten eines ehemaligen Seniorenheims, sie sind barrierefrei. Die ordnungsrechtliche Einweisung soll aber so kurz wie möglich gehalten werden. Die Notunterkunft ist eigentlich für die Unterbringung von Asylbewerbern gedacht.

Mehrmals täglich schaut Jürgen Trantow in den Immobilienportalen im Internet nach den Ergebnissen seiner Suchanfragen. Viermal ist er mit Norbert Penning zu Besichtigungsterminen gefahren. Bei einer Wohnung in Wankendorf passte alles. Doch Jürgen Trantow bekam sie leider nicht.

Der gelernte Bankkaufmann Jürgen Trantow ist heute auf staatliche Unterstützung angewiesen. Mieten deutlich über der Mietobergrenze sind für ihn daher nicht bezahlbar. Bis zur regionalen Mietobergrenze sind Mietzahlungen bei Jürgen Trantow von Amtsseite gesichert. Auch eine Putzhilfe steht Jürgen Trantow zu. „Bei Herrn Trantow muss kein Vermieter befürchten, dass seine Wohnung verwohnt wird. Ich kenne ihn schon seit einem Jahr“, sagt Norbert Penning. Er setzt auf den persönlichen Kontakt und Austausch mit potentiellen Vermietern. Für beide Seiten hat sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit als sehr positiv erwiesen und es konnte bereits vielen Menschen in Wohnungsnot geholfen werden.

„Wenn Sie Herrn Trantow oder anderen Wohnungssuchenden aus unserer Beratungsstelle mit Wohnraum weiterhelfen wollen, freuen wir uns über ihre Kontaktaufnahme“, sagt Nobert Penning.

Im vergangenen Jahr führten die Mitarbeiter der Wohnungsnothilfe der Diakonie Althols-tein über 700 Beratungen durch. Manchen Wohnungssuchenden konnten Norbert Penning und seine Kollegen innerhalb weniger Wochen helfen, bei anderen, wie bei Jürgen Trantow, gestaltet sich die Wohnungssuche schwieriger.

 


Kontakt:

Diakonie Altholstein,

Wohnungsnotlagenberatung

Lübecker Straße 10-12,
Bad Segeberg

Tel.: 0  45  51 / 50  37  08  69  00

E-Mail: wnb-segeberg@diakonie-altholstein.de

www.diakonie-altholstein.de

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