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Besonderer Blick für das Alltägliche

von Gerald Henseler

Janine Schocke zeigt ein gerahmtes Bild, das sie vom Twiete-Teich gemacht hat.Foto: by

Boostedt (by). Am Dienstag, 24., und Mittwoch, 25.Januar, jeweils zwischen 14.30 Uhr und 18 Uhr wird es im Hof Lübbe eine Fotoausstellung zu sehen geben. Die Fotografinnen sind zwei Bewohnerinnen des Hauses an der Au und sie haben den besonderen Blick für das Alltägliche.

Janine Schocke hat ihr Handy immer dabei, denn sie sieht verborgene Schönheit dort, woran andere achtlos vorbeigehen. Seien es kleine Pilze, die auf einem Holzzaun sprießen, ein heruntergefallener Ast oder auch der Teich an der Twiete: Die 37-Jährige fotografiert Allgegenwärtiges und macht die Schönheit darin sichtbar. „Ich fotografiere für mein Leben gerne und halte fest, was mir ins Auge springt. Dabei achte ich besonders auf die Kleinigkeiten“, erzählt Janine Schocke. Die Fotografie hilft der Mutter einer Tochter bei der Bewältigung des Alltags, sie schildert: „Fotografieren entspannt mich. Und ich schöpfe Kraft aus dem Anblick der Motive. Gerade auch in der dunklen Jahreszeit geben mir schöne Bilder Lebensfreude. Aber auch, wenn ein Tag einmal nicht gut gelaufen ist, hilft mir mein Hobby, morgens wieder aufzustehen.“

Janine Schocke lebt seit 2020 im Haus an der Au, eine Einrichtung der Iuvo, die Eingliederungshilfe leistet. Es geht darum, den Menschen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, und zwar in größtmöglicher Selbstbestimmung und Selbstständigkeit. In Boostedt im Haus an der Au lebt Janine Schocke, zur Arbeit fährt sie nach Rendsburg. Dort arbeitet sie in der Polsterei des Materialhofs, wo Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen beschäftigt sind.

„Zum Haus an der Au bin ich gekommen, als es mir nicht gut ging und ich Hilfe brauchte. Die habe ich hier bekommen“, berichtet Janine Schocke. Im Haus an der Au gibt es 14 Wohnplätze, von denen aktuell 13 belegt sind. Manche Menschen leben hier seit 20 Jahren, andere benötigen nur Unterstützung für ein oder zwei Jahre.

Teamleiterin Maureen Birnbaum schildert:„Die Menschen lernen, ihr Erkrankungsbild zu verstehen und damit umzugehen.“ Das Entdecken der eigenen Interessen sei wichtig, um eine sinnstiftende Tätigkeit zu finden, die Freude und Motivation bietet. „Und beim Fotografieren stelle ich auch immer wieder fest, wie schön es in Boostedt eigentlich ist“, stellt Janine Schocke fest.

Bärbel Albertsen (53) ist die zweite Bewohnerin, die zusammen mit Janine Schocke im Hof Lübbe ihre Fotografien präsentiert. Sie lebt seit vier Jahren im Haus an der Au. Insgesamt 60 farbige Fotografien mit Motiven aus Boostedt werden die beiden Frauen zeigen.

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