Axel Winkler präsentiert Buch über den Mann mit dem dunklen Hut

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von Dirk Marquardt

Axel Winkler präsentiert Buch über den Mann mit dem dunklen Hut

Axel Winkler hat ein Buch über Jean Labowsky geschrieben. Am Mittwoch, 2. November, präsentiert der Lokalhistoriker sein Werk in der Bad Segeberger Buchhandlung am Markt.Foto: mq
Axel Winkler hat ein Buch über Jean Labowsky geschrieben. Am Mittwoch, 2. November, präsentiert der Lokalhistoriker sein Werk in der Bad Segeberger Buchhandlung am Markt.Foto: mq

Bad Segeberg (mq). Eigentlich wollte Axel Winkler nur einen Artikel für das Heimatkundliche Jahrbuch des Segeberger Heimatvereins über Jean Labowsky schreiben. Doch der Lokalhistoriker war so fasziniert vom Leben des Bad Segebergers, der zwischen 1945 und 1950 die Geschicke der Stadt als Stadtdirektor und Bürgermeister mitbestimmt hat. Zudem hat er in vielen Gesprächen Jean Labowskys Enkelin Susanne Schwarz davon überzeugt, das Schweigen der Familie zu brechen. Sie lebt in Norderstedt und hat Winkler viele Dokumente zur Verfügung gestellt, die in dem Buch verarbeitet sind.

„Außerdem kursieren in der Stadt immer noch Dinge über Jean Labowsky, die nicht wahr sind“, sagt Axel Winkler. So stimme es nicht, dass der NSDAP-Kreisleiter Werner Stiehr seine schützende Hand über den mit der Christin Minna Saggau verheirateten Juden gehalten hat. Das war nach Winklers Recherchen Waldemar von Mohl, der mehrfach verhindert hat, dass Labowsky deportiert wurde und so die Judenverfolgung der Nazis überlebt hat. „Er hat zehn Jahre in Todesangst gelebt“, sagt Axel Winkler. Immer treu an seiner Seite stand seine Frau Minna, die sich trotz Repressalien nicht von ihrem Mann scheiden ließ. Die ganz Familie, auch die Töchter Alice und Lisl, musste Zwangsarbeit leisten.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Jean Labowsky von den englischen Besatzern schnell an verantwortlicher Stelle eingesetzt und übernahm im September 1945 die Leitung der Verwaltung der Stadt. „Das war eine unglaubliche Herausforderung, denn zu den 6.000 Einwohnern der Stadt kamen 6.000 Flüchtlinge“, sagt Axel Winkler. Labowsky meisterte diese Aufgabe und sorgte trotz fehlender Verwaltungserfahrung dafür, dass die Mitarbeiter im Rathaus sehr zufrieden mit ihm waren. Trotzdem verlor er 1950 die nach der neuen Kommunalordnung nötige Bürgermeisterwahl gegen Walter Kasch aus Malente. Kasch war anschließend bis 1974 Bürgermeister der Kalkbergstadt.

In Gedenken an Jean Labowsky wird in der Kirchstraße 26 ein Stolperstein verlegt – ebenso wie für seinen Bruder Walter und seine Schwester Margaretja, die in Konzentrationslagern ermordet wurden. Seine Schwester Irma war in die USA emigriert. Beim Verlegen der Stolpersteine sind am Mittwoch, 9. November, um 10.30 Uhr Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Rantzau-Schule die Paten.  Eine Stunde zuvor sind Schülerinnen und Schüler der Dahlmannschule dabei, wenn drei Stolpersteine für die Gebrüder Seligmann ihren Platz in der Kurhausstraße 42 finden.

Schon am Mittwoch, 2. November, wird Axel Winkler sein Buch „Der Mann mit dem dunklen Hut – Jean Labwosky und sein Familie“ in der Buchhandlung Das Buch am Markt in Bad Segeberg präsentieren. Ab 19 Uhr wird er zudem Bilder zeigen. Der Eintritt zu der Veranstaltung kostet fünf Euro, ermäßigt drei Euro.

Das Buch hat Axel Winkler im Eigenverlag herausgegeben. Es hat 116 Seiten, kostet 16,80 Euro und ist in Bad Segeberg in den Buchhandlungen Das Druckwerk und Das Buch am Markt sowie bei Gummi Hamann erhältlich.


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