Altonaer Straße: Sanierung bringt Wirtschaft in Bedrängnis
NeumünsterDie Störbrücke in der Altonaer Straße ist marode – das ist seit Jahren bekannt. Bereits 2013 plante die Stadt Neumünster, die Gewölbebrücke aus dem Jahr 1831 zu sanieren. Kaufleute aus dem Gewerbegebiet Wittorf boten damals sogar eine finanzielle Beteiligung an, um die Bauarbeiten zu beschleunigen. Geplant war, auch nachts und an Wochenenden zu arbeiten. Dennoch wurde die Instandsetzung verschoben. Stattdessen ließ die Stadt einen Neubau prüfen, der sich 2019 jedoch als zu kostspielig erwies.
Brückenbauexperten des Landes halten das Bauwerk weiterhin für sanierungsfähig. Im kommenden Frühjahr soll die Sanierung nun tatsächlich beginnen. Die Stadt rechnet mit einer Bauzeit von vier Monaten. Dabei wird das denkmalgeschützte Gewölbe freigelegt und instand gesetzt. Zudem soll auf der Westseite der Geh- und Radweg erneuert werden.
Im Gewerbegebiet Neumünster-Wittorf wächst unterdessen die Sorge um die wirtschaftliche Existenz. „Die geplante Umleitung führt die Kunden an uns vorbei“, erklärt Nortex-Geschäftsführerin Ingrid Först. Sie spricht sich gegen eine Vollsperrung aus und plädiert stattdessen für eine einseitige Sperrung der Altonaer Straße. Zumindest stadteinwärts solle die Straße während der Bauarbeiten befahrbar bleiben. Dieser Forderung schließen sich auch die Vertreter der Unternehmen Süverkrüp und Ahrendt, Edeka Huchthausen, Knutzen, Sparschwein, McDonald’s und CarWash an.
„Wir sind auf den Durchgangsverkehr angewiesen. Viele unserer Kunden entscheiden spontan“, betont Dirk Herrmann, Bezirksleiter von McDonald’s. In der Filiale an der Altonaer Straße sind 80 Mitarbeitende beschäftigt. Bei einer Vollsperrung befürchtet Herrmann Entlassungen.
Das Gewerbegebiet rund um den Grünen Weg und die Altonaer Straße gilt als zentraler Wirtschaftsstandort im Süden Neumünsters. Es vereint Handels-, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe. Für viele von ihnen wäre eine Vollsperrung existenzbedrohend.
Andy Grabowski, Geschäftsführer bei Nortex, rechnet mit Umsatzeinbußen von 20 bis 30 Prozent. „Das ist die Marge, die wir benötigen, um wirtschaftlich arbeiten zu können“, sagt er – und spricht damit nach eigener Darstellung für zahlreiche Betriebe im Gebiet. ohe