1.000 Gäste feiern bei der Einschreibung den Holsteiner Handwerksnachwuchs
Neumünster. Das Handwerk bleibt für junge Menschen attraktiv: In diesem Jahr wurden in Mittelholstein 787 neue Ausbildungsverträge geschlossen – 521 im Kreis Segeberg und 266 in Neumünster. Damit verzeichnet die Kreishandwerkerschaft ein Plus von rund 70 gegenüber dem Vorjahr. 1.000 Besucher kamen in den Holstenhallen zusammen, um die neuen Auszubildenden bei der feierlichen Einschreibung in die Handwerksrolle willkommen zu heißen.
Kreishandwerksmeister Lars Krückmann betonte in seiner Festansprache die Bedeutung einer fundierten Ausbildung. „Die Ausbildung im Handwerk fordert Kopf und Hände“, sagte er. Neben handwerklichem Geschick seien Verständnis, Planung, sorgfältiges Arbeiten und Teamfähigkeit gefragt und auch der Umgang mit Kunden gehöre dazu. Die Ergebnisse handwerklicher Arbeit prägten den Alltag der Menschen: Eine Familie habe wieder warmes Wasser, ein Fahrzeug sei sicher unterwegs oder ein Dach halte dicht. „Mit jeder Aufgabe, die ihr beherrscht, wächst deshalb auch eure Verantwortung“, so Krückmann.
Mit Blick auf die Zukunft verwies er auf den Bedarf an Wohnraum, die Sanierung von Gebäuden, eine effizientere Energienutzung und den Erhalt der Infrastruktur. Gleichzeitig blieben Reparaturen, Lebensmittel und persönliche Dienstleistungen unverzichtbar. Eine handwerkliche Ausbildung eröffne vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten, zudem ist der Meisterabschluss mit einem Bachelorabschluss vergleichbar. Auch Simone Speck, Malermeisterin aus Neumünster und Vizepräsidentin der Handwerkskammer Lübeck, ermutigte die jungen Menschen, ihren Weg weiterzugehen: „Das Handwerk bietet eine Zukunft. Ich würde mich immer wieder dafür entscheiden.“ Ihr Appell: „Bleibt dran, ihr werdet gebraucht und engagiert euch auch im Ehrenamt.“
Schon von klein an für das Handwerk interessiert hat sich Bjarne Ewert. Der 17-jährige Boostedter hat nach seinem mittleren Schulabschluss nun die Ausbildung zum Zimmerer im Betrieb seines Vaters begonnen. Für ihn sei die Entscheidung selbstverständlich gewesen. „Ich habe schon immer geholfen. Es macht mir einfach unheimlich viel Spaß“, erzählte er. Besonders gefällt ihm, draußen zu arbeiten, auf unterschiedlichen Baustellen unterwegs zu sein und am Ende das eigene Ergebnis zu sehen. Auch das gute Miteinander im Team schätzt er. Seine Ziele hat Bjarne vor Augen: Er möchte seinen Meister machen und später den Betrieb seines Vaters übernehmen.
Sein Vater Bernd Ewert, Obermeister der Innung des Baugewerbes Neumünster, sieht nach wie vor gute Perspektiven für den Beruf. Gerade im Dachbereich gebe es einen erheblichen Sanierungsstau und auch der Bedarf an Neubauten würde wieder steigen. bry