Aus dem Geschäftsleben

VR Bank Neumünster strebt Fusion mit Westküste und Handewitt an

von Gerald Henseler

Der Vorstand der VR Bank Neumünster mit Dirk Dejewski (re.) und Dr. Rainer Bouss.Foto: hfr

Heide (mq). In der Mitte Schleswig-Holsteins soll eine neue, große Genossenschaftsbank entstehen. Die VR Bank Neumünster befindet sich seit Montag in Fusionsgesprächen mit der VR Bank Westküste und der Raiffeisenbank Handewitt. Als VR Bank zwischen den Meeren würde sich das Geschäftsgebiet des neuen Instituts von St. Peter Ording im Westen bis nach Bad Segeberg im Osten und von der dänischen Grenze bis nach Kaltenkirchen im Süden erstrecken.

Es sei kein Zusammenschluss aus der Not heraus, denn die drei Genossenschaftsbanken agieren aus der Position der Stärke. „Alle drei Banken sind wirtschaftlich gut aufgestellt“, sagt Eckhard Rave, Vorstandsvorsitzender der VR Bank Westküste, im Rahmen einer Online-Pressekonferenz. Bei der Frage, wie man diese gute Marktposition auch in Zukunft halten und ausbauen kann, sei man zu dem Ergebnis gekommen, in Fusionsverhandlungen einzutreten. In einer größeren Einheit sei es viel leichter, die sich bietenden digitalen Chancen zu nutzen und der überbordenden Regulatorik Herr zu werden. Zudem könnten Kreditwünsche größerer Kunden besser bedient werden. „Da stoßen wir an unsere Grenzen. Wir brauchen mehr Schwungmasse, um die Themen der Zukunft zu lösen“, sagte Dirk Dejewski, Vorstand der VR Bank Neumünster. Auch als regionaler Arbeitgeber sei ein größeres Institut weitaus attraktiver für die vielen Fachkräfte, die jede Bank benötige.

Um die Identität der einzelnen Häuser sowie die Kompetenz und die Nähe zu den Kunden zu erhalten, favorisieren die Partner ein Niederlassungsprinzip. Der Name der drei Banken bliebe bestehen. Die VR Bank zwischen den Meeren würde in fünf Regionalmärkte (Handewitt, Husum, Heide, Neumünster und Segeberg) eingeteilt und hätte drei Verwaltungssitze (Husum, Heide, Neumünster). Eine Zentrale ist nicht geplant. Mit einer Bilanzsumme von rund 3,6 Milliarden Euro, mehr als 600 Mitarbeitern, rund 60.000 Mitgliedern, mehr als 125.000 Kunden und 33 Geschäftsstellen würde die VR Bank zwischen den Meeren zur Nummer zwei in Schleswig-Holstein aufrücken, hinter der VR Bank Nord.

Bei der im Juni des Jahres anstehenden Versammlung werden die Mitglieder und Vertreter über das neue Haus abstimmen. Die Fusion würde bei einem positiven Votum zum 1. Januar dieses Jahres rechtlich vollzogen.

„Das Niederlassungsprinzip könne auch benachbarte Volks- und Raiffeisenbanken dazu anregen, mit uns zu sprechen“, sagte Eckhard Rave. „Die Reise ist noch nicht zu Ende. Wir sind offen für alle Genossenschaftskollegen, die mit ähnlichen Gedanken spielen“, sagt Dirk Dejeweski.

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