Aus dem Geschäftsleben

Spezialisten für präzise Zerspanung und maßgeschneiderte Konstruktionen

von Gerald Henseler

Firmengründer Wolfgang Gräber (re.) setzte bei seinen Nachfolgern auf die Familie. Heute stehen seine Tochter Ulrike Jensen, ihr Sohn Ralf Jensen und Sohn Michael Gräber in der Verantwortung.

Trappenkamp (ohe). Maßgeschneiderte Konstruktionen sind die Spezialität des Trappenkamper Unternehmens Gräber Feinwerktechnik. Das war schon so, als Wolfgang Gräber vor 50 Jahren das Familienunternehmen in einer kleinen Garage in der Breslauer Straße 45 in Trappenkamp gründete. Auf nur neun Quadratmetern stellte er Kabelbäume für Heizungssteuerungen eines Kieler Unternehmens her. Das Unternehmen entwickelte sich gut. Bald beschäftigte Wolfgang Gräber rund 20 Mitarbeiter in Heimarbeit. Sie wickelten Spulen für die Relaisfertigung und konfigurierten Kabel.

1973 baute das Unternehmen am heutigen Standort in der Celsiusstraße 2 in Trappenkamp. In den Jahren 1988, 1999, 2001 und 2007 erfolgten Erweiterungen. „Wir brauchten immer mehr Platz“, sagt der heutige Geschäftsführer und Sohn des Firmengründers, Michael Gräber. Immer mehr und immer größere Maschinen ersetzten die Handarbeit. Einen Wandel machte das Unternehmen um 1990 durch. An die Stelle von Lötmaschinen rückten Fräsmaschinen. Das Unternehmen konzentrierte sich mehr und mehr auf den Bereich der Feinmechanik. „Wir sind immer mit der Zeit gegangen“, sagt Michael Gräber. Zur zeitgemäßen Produktion gehört bei Gräber heute auch Robotertechnik.

Das Gros der Kunden des Trappenkamper Unternehmens möchte anonym bleiben.  Es sind meist große Konzerne, die weltweit tätig sind. So kommt es, dass die gefertigten CNC-Fräs-, Dreh- und Blechteile und Konstruktionen aus Trappenkamp heute in aller Welt im Einsatz sind. „Nur im All gibt es noch nichts von uns. Aber das kann noch kommen“, meint Michael Gräber. Die feinmechanischen Bauteile aus Trappenkamp landen zum Beispiel in der Autoindustrie, werden in der Medizin gebraucht, helfen Hubschraubern beim Landen auf Off-Shore-Windkraftanlagen oder gehören zur Ausstattung extravaganter Privatjets.

Trappenkamp (ohe). Wenn sich seine Kunden für die hervorragende und flexible Unterstützung bedanken, dann weiß Michael Gräber, dass sein 40-köpfiges Team wieder alles richtig gemacht hat. „Natürlich kommt es auch bei uns vor, dass ein Kunde meckert“, räumt sein Neffe Ralf Jensen ein. „Dann handeln wir. Meistens wird das Vertrauen dann noch intensiver“, freut sich Michael Gräber.

Seit Jahren arbeitet Michael Gräber an der Entwicklung eines Wasserradgenerators. Im nächsten Monat will er den an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg aufbauen und vorstellen. „Das ist ein Traum für mich“, sagt Gräber. Der modular aufgebaute Generator soll Kraft dort abnehmen, wo die Energie anfällt. „Die ersten Messergebnisse waren vielversprechend“, freut sich Gräber. Er hofft, dass sein Wasserradgenerator mit zur dezentralen Stromversorgung beitragen kann.

Seit 2008 steht Trappenkamps größte Solaranlage auf den Dächern der Firmengebäude. Etwa 20 Prozent der benötigten Energie des Unternehmens erzeugt die Solaranlage.

 

Gräber Feinwerktechnik bildet Zerspanungstechniker und Fachkräfte für Metalltechnik aus. „Wir haben jedes Jahr ein oder zwei Lehrlinge“, sagt Ulrike Jensen, die Tochter des Firmengründers. Sie ist in der Buchhaltung des Unternehmens tätig. Dadurch hat Gräber Feinwerktechnik eine relativ junge Mannschaft.

Die nächste Erweiterung des Produktionsstandortes ist bereits geplant. Eine neue Halle soll in Kürze für mehr Platz sorgen und die Produktion effektiver machen. „Trotz Corona haben wir eine stabile Auftragslage“, sagt Ulrike Jensen. Das Unternehmen soll auch künftig in Familienhand bleiben. Geplant ist, dass Ralf Jensen den Betrieb weiterführen wird.

Das Jubiläum feiert Gräber Feinwerktechnik in diesem Jahr aufgrund der Corona-Lage nur firmenintern. Extra für das Jubiläum hat das Unternehmen eine Website erstellen lassen. Unter www.50jahre-gfwt.de finden Interessierte alles Wissenswerte rund um die 50-jährige Firmengeschichte.

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