Aus dem Geschäftsleben

Neues Blockheizkraftwerk mit hohen Wirkungsgraden

von Gerald Henseler

Gerta Gerdes, Geschäftsführerin von Hanse-Werk Natur, nahm gemeinsam mit Carlos Lange von Innio, Bürgermeister Matthias Bonse und Bürgervorsteher Horst Kornelius (v.li.) das BHKW in Wahlstedt in Betrieb. Foto: Hanse-Werk Natur

Wahlstedt (em). Gemeinsam mit Gästen aus Wirtschaft und Politik hat HanseWerk Natur nach sechs Monaten Bauzeit das neue Blockheizkraftwerk (BHKW) in Wahlsteht offiziell in Betrieb genommen. Neben zwei bereits bestehenden BHKW kann die Anlage zukünftig jährlich rund 36 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom produzieren und damit mehr als 10.000 Haushalte ein Jahr lang versorgen. Hanse-Werk Natur hat mehr als vier Millionen Euro des Herstellers Innio in die hocheffiziente Anlage investiert.

Pünktlich zur neuen Heizperiode nimmt das BHKW ab jetzt den Dauerbetrieb auf: Die Anlage erzeugt nun mit je 4,5 Megawatt (MW) elektrischer und thermischer Leistung Strom und Wärme umweltschonend. Gerta Gerdes, Geschäftsführerin von Hanse-Werk Natur erklärt: „Die Anlage verfügt über die modernste Gasmotorentechnologie mit zweistufiger Turboaufladung, die besonders hohe elektrische Wirkungsgrade ermöglicht.“ Der gesamte Motorblock des neuen Kraftwerks ist 13 Meter lang und hat ein Gewicht von rund 55,5 Tonnen. Damit ist die Anlage etwa so schwer wie elf ausgewachsene Afrikanische Elefanten.

Nach der offiziellen Inbetriebnahme ist außerdem im Frühjahr 2020 ein Tag der offenen Tür im Heizwerk Wahlstedt geplant. „Wir freuen uns, viele Kundinnen und Kunden sowie die Nachbarschaft im nächsten Jahr dort begrüßen zu dürfen“, so Gerta Gerdes.

Am Heizwerksstandort Wahlstedt sind bereits ein 0,8 MW-Biogas-BHKW und ein 1,6 MW-Bioerdgas-BHKW sowie zwei Kessel im Einsatz. Darüber hinaus wird Wärme aus einer nahegelegenen Biogasanlage in das Fernwärmenetz eingespeist. Mit dem neuen BHKW leistet Hanse-Werk Natur einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz am Standort Wahlstedt: In den Wintermonaten kam bislang noch ein Heizkessel zum Einsatz, auf den jetzt nahezu verzichtet werden kann – das spart wertvolle Ressourcen.

Da ein BHKW gekoppelt Strom und Wärme erzeugt, spricht man von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). „Bei der KWK wird die bei der Stromerzeugung entstehende Abwärme des Motors sinnvoll genutzt und als Heizwärme verwendet“, erklärt Gerta Gerdes. Im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken, bei denen die Abwärme nicht genutzt wird, ergibt sich eine Primärenergieeinsparung von bis zu 30 Prozent, sodass die Investition von Hanse-Werk Natur einen wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz leistet. Gegenüber einem Kohlekraftwerk können sogar bis zu 60 Prozent CO2 eingespart werden.

Zusammen mit dem BHKW wurden zwei etwa 20 Meter hohe Pufferspeicher mit einem Volumen von je 150 Kubikmetern errichtet. Durch diese Speicher werden eine strommarktorientierte Betriebsweise und ein optimierter Betrieb ermöglicht. Der erzeugte Strom des BHKWs wird in das Stromnetz von Schleswig-Holstein Netz eingespeist, die erzeugte Wärme wird in das Wärmenetz in Wahlstedt eingespeist und versorgt dieses.

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